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Plastik vermeiden : Einkauf ohne Einmaltüten

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Idee, auf die praktischen, aber ökologisch bedenklichen Plastiktüten zu verzichten, kursiert schon lange in der Stadt. Schüler aus Wellingdorf schlagen vor, mit einem speziellen Pfandsystem die Menge an Plastikmüll drastisch zu reduzieren.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 18:15 Uhr

Die Landeshauptstadt als Vorbild für einen plastiktütenfreien Einkauf – das hat die Ratsversammlung bereits im Herbst 2014 im Grundsatz beschlossen. Seitdem beschäftigen sich Handel und Verwaltung mit dem Thema. Eine Schülergruppe vom Wellingdorfer Gymnasium hat jetzt ein Konzept vorgelegt, um den Plastikmüll zumindest spürbar zu verringern. Dafür erhielten die jungen Strategen vom Kieler Ostufer den „Yes!-Award“ zugesprochen. Eine Delegation darf sogar zum „Global Economic Symposium“ nach Istanbul fahren.

Interessant ist dabei, dass die Schüler die Plastiktüte nicht pauschal verdammen. „Auch Tüten aus Baumwolle oder Papier verbrauchen viel Wasser und Energie“, haben sie im Kurs bei ihrem Lehrer Malte Rohm herausgefunden. Die Wellingdorfer plädieren aber für die Herstellung langlebiger, mehrfach verwendbarer Tüten, die nach der ersten Nutzung nicht sofort im Mülleimer landen. Außerdem sollen sie nach dem Beispiel der jetzigen PET-Flaschen ein Pfand von 25 Cent kosten. Obendrauf käme noch mal der gleiche Betrag für die Forschung. Mit 50 Cent wäre der Verbraucher folglich dabei.

„Die Kunden sollen mit den Plastiktüten bewusster umgehen“, lautet die Wellingdorfer Zielrichtung. Immerhin verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich 76 von ihnen pro Jahr – das ist viel zu viel. Manchmal sind es ganz einfache Mittel, die auch den Verbraucher zum Umdenken bewegen. Papiertüten etwa werden griffbereit hingelegt, nach Plastiktüten muss gesondert gefragt werden. Andere Geschäfte verlangen heute schon ein kleines Entgelt, wenn der Einkauf in der Plastiktüte verstaut werden soll.

Für örtliche Vereine wie „Die Holtenauer“ mit ihren 150 angeschlossenen Geschäften oder den Förderkreis Kieler Altstadt ist die Plastiktüte ein wichtiges Thema. Verbindliche Beschlüsse, an die sich alle Händler halten sollten, liegen aber noch nicht vor. Der Runde Tisch für ein plastiktütenfreies Kiel trifft sich wieder am 24. Februar. Dass die Zeit drängt, steht für die Wellingdorfer Arbeitsgruppe außer Frage: „In den Weltmeeren schwimmt ein riesengroßer Teppich aus Plastik.“  

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