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Feuer in der Klinik : Eine Zigarette als Brandursache?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Offenbar hat eine brennende Matratze das Feuer auf der Station 4 der Lubinus-Klinik ausgelöst. Zwei Schwerverletzte liegen mit Rauchgasvergiftung auf der Intensivstation. Großes Lob gilt den Lubinus-Mitarbeitern, die schnell und überlegt gehandelt haben.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2017 | 18:28 Uhr

Es war eigentlich genauso wie Ende Juli: In einem Patientenzimmer wird Feuer gemeldet, Qualm zieht über den Flur im zweiten Stock der Lubinus-Klinik, eilig bringen Schwestern und Pfleger die kranken Menschen aus der verrauchten Station in Sicherheit. Und doch gab es bei dem Alarm gestern Morgen einen wichtigen Unterschied zur Brandschutzübung im Sommer: Diesmal handelte es sich um einen Ernstfall. Das Feuer bei Lubinus forderte eine Handvoll Verletzte, Ursache war offenbar eine in Brand geratene Matratze. Der Notruf aus dem Krankenhaus war um 4.30 Uhr in der Leitstelle der Berufsfeuerwehr aufgelaufen.

„Das hätte wesentlich schlimmer ausgehen können“, atmete Feuerwehrsprecher Michael Krohn gestern tief durch. Die Berufsfeuerwehr Kiel hatte den Matratzenbrand innerhalb weniger Minuten unter Kontrolle und konnte damit den Schwelbrand schnell löschen. Krohn fügte mit Blick auf die Übungen der jüngsten Vergangenheit hinzu: „Das Personal bei Lubinus ist gut geschult.“

Auch nach Aussage von Kliniksprecher Gerd Rapior hat das Krisenmanagement gut funktioniert. So hatten die Mitarbeiter beim ersten Alarmruf unverzüglich mit der Evakuierung der Abteilung begonnen. Die Station 4 ist stark geschädigt, zurzeit geschlossen und muss wohl saniert werden. Die betroffenen Patienten wurden auf andere Stationen verlegt.

Bei der Zahl der Verletzten gibt es leicht unterschiedliche Angaben. Rapior spricht von zwei Patienten und zwei Mitarbeitern, die mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung auf der Intensivstation liegen. Krohn benennt ebenso wie die Polizei fünf verletzte Personen – zwei Mitarbeiter, drei Patienten –, darunter zwei Schwerverletzte.

Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von fahrlässiger Brandstiftung aus. Der Schaden ist laut Polizei erheblich, kann aber in der Höhe noch nicht exakt beziffert werden.

Vorstellbar, aber nicht belegt, ist ein Szenario, bei dem ein Patient verbotenerweise im Bett geraucht hat. Für die Brandursache könnte es jedoch auch andere Ursachen geben, die Experten der Kripo ermitteln.

„Unser Notfallkonzept hat funktioniert, unsere Mitarbeiter haben sich umsichtig und professionell verhalten“, stellte auch Otto Melchert fest, der Vorstandsvorsitzende der Lubinus-Stiftung. Direkt nach dem Alarm wurden alle 20 Patienten der Station von Mitarbeitern der Klinik und der Feuerwehr teilweise unter Atemschutz in Sicherheit gebracht. Vorsorglich wurden auch die Patienten aus den benachbarten Stationen zeitweilig in andere Abteilungen verlegt. Mittlerweile ist – mit Ausnahme der versiegelten Station 4 – der normale Klinikbetrieb bei Lubinus wieder angelaufen.

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