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Ausstellung in Kiel : Eine Zeitreise in die 50er-Jahre

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Kieler Michael Kmoch hat eine historische Ausstellung mit szenenhaften Einblicken in die Dekade und Original-Exponaten aufgebaut .

Ata, Imi und Maggi lassen grüßen: Im Supermarkt von Michael Kmoch ist die Zeit in den 50er-Jahren stehen geblieben. Da gibt es kein Waschmittel für schwarze Kleidung und kein Latte Macchiato-Pulver für den schnellen Milchkaffee, sondern die Waren, die damals der Kaufmann um die Ecke im Regal stehen hatte. Scheuerpulver eben, Universal-Reiniger oder Caro-Kaffee.

„Mit dem Laden packen wir viele Besucher“, sagt Kmoch, 63-jähriger Kieler und Ausstellungs-Entwickler. In einer Halle an der Wasserkante im Kieler Norden hat er die Dekade der 50er-Jahre – zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder – auf einer Fläche von 500 Quadratmetern konserviert. In 15 Szenenbildern kann der Besucher je nach Alter in seine eigene Erinnerungen abtauchen oder die Vergangenheit anhand von großformatigen Fotos, originalen Gegenständen und erklärenden Texten besser kennen lernen. Bis zu vier Meter hoch reichen die Bilder des Fotografen aus der Zeit der Bonner Republik, Josef Heinrich Darchinger, die die Wände der Halle schmücken.

Ein Goggomobil darf in der 50er-Jahre-Welt genauso wenig fehlen wie Nierentische, Cocktailsessel, Tütenlampen und Petticoats. Viele Exponate habe er von Sammlern erhalten, so Kmoch. An der Rückseite des Zeitungskiosks lächelt Caterina Valente vom Cover der „Revue“, die Magazine sind, wie damals üblich, an der Wäscheleine aufgehängt.

Ob Kolonialwarenladen, Auto-Werkstatt, Friseursalon oder Plattenbar: Zu jeder Kulisse ergänzt Kmoch auf Nachfrage gern politische und gesellschaftliche Hintergründe. In Arbeit ist gerade noch ein kleines „Kino“, in dem er voraussichtlich ab kommender Woche Werbefilme aus der damaligen Zeit präsentieren möchte. Kmoch bietet Besucher-Gruppen oder Schulklassen Führungen an und ist selbst fasziniert von der Epoche des Aufbruchs nach den mageren Nachkriegsjahren, die in seinen Augen prägend war für unsere moderne demokratische Gesellschaft. Das Verständnis für den damaligen Zeitgeist aus der Ära Adenauers möchte Kmoch vermitteln – „aber ohne zu belehren“, betont er. Jeder Gast soll im Rundgang in seinen eigenen Erinnerungen schwelgen können. „Wenn einer stehen bleibt, etwas entdeckt und ein innerer Film läuft ab – dann habe ich mein Ziel erreicht“, sagt Michael Kmoch.


>  Die Ausstellung in der Halle auf der Nordmole, Mecklenburger Str. 58 in der Wik, ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Eintritt: 6 Euro für Erwachsene, ermäßigt 5 Euro für Schüler, Studenten, Schwerbehinderte und Senioren. Schüler zwischen 14 und 17 Jahren zahlen 4 Euro, für Kinder unter 14 Jahren ist der Eintritt in Begleitung Erwachsener frei.

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erstellt am 17.Apr.2015 | 19:21 Uhr

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