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Kinder- und Jugendbeirat : Eine starke Stimme für den Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auch wenn die Wahlbeteiligung sehr gering war: Am Wochenende wurde im Kieler Rathaus der erste Kinder- und Jugendbeirat ins Leben gerufen. Stadträtin Renate Treutel verspricht sich vom Nachwuchs neue Impulse fürs politische Leben.

shz.de von
erstellt am 22.Nov.2015 | 18:12 Uhr

Rockige Klänge wummerten über die Flure, alkoholfreie Cocktails standen zur Begrüßung auf den Tischen, hinter dem Hochpult, auf dem normalerweise der Stadtpräsident hochoffiziell die Ratssitzungen eröffnet, flimmerte eine psychedelisch anmutende Bilderschau über die steinerne Wand. Der Grund, weshalb sich das Rathaus am Sonnabend zu einem bunten, lauten, offenen Jugendzentrum wandelte, wurde schnell deutlich: Die Stadt Kiel erhielt ihren ersten Kinder- und Jugendbeirat. 16 Mädchen und Jungen gehören diesem Gremium an.

In vier Bezirken – Nord, Mitte, Süd und Ost – waren 16  000 junge Kieler aufgerufen, unter insgesamt 64 Bewerbern im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren ihre Favoriten zu benennen. Dass bei der Premiere die Wahlbeteiligung mit nur 5,2 Prozent extrem gering ausfiel, hat die Verantwortlichen nicht entmutigt. Zum Vergleich: An der Urwahl des ersten Seniorenbeirates nahmen vor 25 Jahren nur halb so viele Menschen teil, und dennoch hat sich diese Runde bewährt.

Ähnliches erhofft sich Beate Goffin, Leiterin des Amtes für Kinder- und Jugendeinrichtungen, vom jungen Beirat. Es geht für sie um viel mehr als die klassischen Themen wie Spielplätze oder Radwege, schon im „Wahlkampf“ waren Themen wie Anti-Mobbing-Arbeit, Drogenabwehr oder die Integration der Flüchtlinge diskutiert worden.

Miriam Abrahem ist selbst Spross einer Migrantenfamilie. Die zwölfjährige Tochter syrisch-kurdischer Eltern ist das jüngste Mitglied im Kinder- und Jugendbeirat. Für ihr Ziel, den Jugendlichen „einen besseren und schöneren Alltag zu bieten“, will sie sich eng mit ihren besten (arabischen) Freundinnen Roan und Hager abstimmen – das Trio besucht gemeinsam die 7. Klasse des Hans-Geiger-Gymnasiums auf dem Kieler Ostufer.

Stadträtin Renate Treutel freut sich „riesig“ über die Zusammenarbeit mit dem neuen Beirat, jedem einzelnen Mitglied gab sie ihre Visitenkarte. Ob nun eine neue Skateranlage in Gaarden oder die brisante Frage, wie viel Geld außerhalb der Kieler Woche für Jugendveranstaltungen übrig bleibt – die jungen Experten sollen mitreden. Renate Treutel verprach den Jugendlichen: „Wir werden den Beirat als Ratgeber nutzen.“

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