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Kiels erste Stadtteilschule : Eine Schule als Forum für ganz Gaarden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Großer Bahnhof in Kiel: Bundes- und Landesminister haben gestern das neue Gebäude der zweiten Stadtteilschule im Land eingeweiht.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2015 | 05:43 Uhr

Früher haben die Grundschüler hier „nur“ das kleine Einmaleins und das Alphabet gelernt. Mit der Eröffnung der zweiten Stadtteilschule des Landes wird in der Gaardener Hans-Christian-Andersen-Schule von nun an auch das gesellschaftliche Miteinander dieses Problem-Stadtteils neu buchstabiert. Darauf hoffen jedenfalls Stadt, Land und Bund, die in den zusätzlichen Neubau viel Geld gesteckt haben.

Aus einem Ort des Lernens ist nun viel mehr geworden, wie gestern bei der offiziellen Einweihung mit 150 geladenen Gästen Bundesbauministerin Barbara Hendricks, Innenminister Stefan Studt und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer betonten. Denn die Schule mit aktuell 324 Kindern aus 22 Nationen ist nun nicht nur viertgrößte Grundschule in Kiel, sondern auch eine zentrale Anlaufstelle für alle Gaardener. Ob Schuldenberatung, Deutschkurse für Eltern, Zahnputztraining für Kinder oder Ernährungskurse: In den neuen Räumlichkeiten ist eine ganze Bandbreite sozialer Angebote, neuer Bildungsformen und der Integrationsarbeit möglich.

„Ich hoffe, dass dieses Projekt Schule macht“, sagte Hendricks, die der erste Eindruck überzeugt hatte. Von einem „städtebaulich und sozialpolitisch zukunftsweisenden“ Ansatz sprach Studt. Kämpfer brachte noch einmal das Ziel zum Ausduck: „Wir wollen gleichberechtigte Bildungschancen für alle Kinder fördern und dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.“ Das sei nicht nur für den Stadtteil, sondern für die Landeshauptstadt insgesamt wichtig.

Die Schule am Ostring wurde von August 2013 bis Dezember 2014 zur Ganztags- und Stadtteilschule ausgebaut. Im zweigeschossigen Neubau des Büros „Petersen Pörksen Partner“ aus Lübeck befinden sich auf rund 1200 Quadratmetern neben einer Mensa mit 114 Sitzplätzen, einem Musikraum mit Bühne und einer Lehrküche auch ein Stadtteilcafé sowie Räume für Beratung und Angebote aus dem Stadtteil. Auch der Schulhof wurde umgestaltet. Eine Koordinatorin betreut die Angebote.

Nach der Vicelinschule in Neumünster ist die Kieler Grundschule die landesweit zweite Stadtteilschule. Die bereits erfolgte Sanierung des Altbaus und den Neubau mit Gesamtkosten in Höhe von 7,8 Millionen Euro haben Bund, Land und Stadt mit bislang zusammen rund 3,1 Millionen Euro aus Mitteln des Städtebauförderungsprogramms Soziale Stadt finanziert. Auch Gelder aus dem Investitionspakt des Bundes von 1,75 Millionen Euro werden eingesetzt.




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