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Prozessbeginn in Kiel : Einbrüche und brennende Autos: Zwei Männer und eine Frau vor Gericht

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Das Trio soll eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben: 15 Autos brennen aus, ein Einfamilienhaus wird unbewohnbar. Nun stehen die drei aus Kiel auch wegen gewerbsmäßigen Diebstahls vor Gericht.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2015 | 14:39 Uhr

Kiel | In blinder Zerstörungswut und aus Langeweile sollen zwei Männer aus Kiel ein Einfamilienhaus unter Wasser gesetzt und reihenweise Autos abgefackelt haben. Auch mehrere Einbrüche sollen auf ihr Konto gehen. Seit Dienstag müssen sich die 26 und 27 Jahre alten Männer sowie die Ehefrau des 27-Jährigen vor dem Kieler Landgericht verantworten. Die Frau soll Objekte mitausgekundschaftet und ihre Komplizen teilweise bei den Straftaten gefahren haben.

Die Anklage lautet unter anderem auf Bandendiebstahl und Brandstiftung in dutzenden Fällen. Den Sachschaden schätzte der Staatsanwalt auf rund 150.000 Euro. Über eine Stunde verlas er insgesamt 44 Straftaten zwischen Juni 2014 und Januar 2015. Demnach brachen die beiden Männer mehrfach in dieselben Objekte ein: in eine Waschstraße und einen Lebensmittelmarkt in Kiel sowie in einen Strandkiosk und eine Pizzeria in Laboe.

In der Waschstraße rissen sie laut Anklage beim ersten Mal den Tresor mit 12.500 Euro Bargeld aus der Verankerung und warfen ihn dann leergeräumt in die Ostsee. Die Beute der Raubzüge: vor allem Rubbellose, Zigaretten, Tabak, Alkohol, Bargeld und Modeschmuck.

Bei ihren Einbrüchen zerstörten die Angeklagten laut Anklage wahllos Inventar, verschütteten Öl und Soßen, zerschlugen Kaffeekannen, Vasen und Kakteen, rissen Türen aus Autos und entleerten einen Feuerlöscher im Innenraum. Um einen Versicherungsbetrug für einen Bekannten zu kaschieren, sollen sie Autos angezündet haben.

Insgesamt gingen 15 Wagen in Flammen auf, weitere neun wurden schwer beschädigt. Besonders übel spielten sie laut Anklage auch einem Gemüsehändler aus Kiel mit. Ihm lauerten sie demnach vor dessen Einfamilienhaus auf, weil sie dort Bargeld und Wertsachen für rund 200.000 Euro vermuteten. Kabelbinder, Handschellen, Klebeband und Sturmhauben sollen sie mitgebracht haben. Als der Mann nicht kam, sollen sie im Haus wie Vandalen gewütet und im Bad Sanitäranlagen aus den Wänden gerissen haben. Das Wasser ließen sie den Angaben zufolge ungehindert sprudeln.

Die Feuerwehr musste anrücken, um das Erdgeschoss leer zu pumpen. Der Eigner leide noch heute unter den Folgen, sagte der Staatsanwalt. Er könne dort nicht mehr wohnen.  Seit Ende Januar sitzt das Trio in Untersuchungshaft. Eine Gutachterin schloss zu Prozessbeginn eine verminderte Schuldfähigkeit der Angeklagten unter anderem wegen Alkoholsucht nicht aus. Für den Prozess sind acht Verhandlungstage geplant.

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