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Einblick in Elias (3) Leben mit neuer Leber

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Junge beim Jahresempfang des Ronald McDonald Hauses

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2014 | 06:17 Uhr

Schon die nüchternen Zahlen machen deutlich, welchen Stellenwert die Hilfe des Ronald McDonald Hauses in Kiel hat. Sie zeigen die hohe Auslastung (91 Prozent). Sie zeigen, wie viele Familien in den 13 Apartments im letzten Jahr gewohnt haben (177) – insgesamt bisher mehr als 3000. Sie konkretisieren, wie viel Geld das Engagement für Angehörige schwer erkrankter Kinder kostet (180 000 Euro Betriebskosten) und wie viel von Unterstützern gespendet wurde (157 556 Euro). Sie führen auch vor Augen, dass so ein Haus ohne ehrenamtliche Mitarbeiter (35) nicht funktioniert. Wovon die Zahlen aber nicht erzählen können, das sind die vielen Lebensgeschichten dahinter – wie die des kleinen Elia (3).

Einen Einblick in die Erfahrungen mit ihrem dreijährigen Sohn im Ronald Mc Donald Haus gewährte darum gestern Anika Schwandt beim Jahresempfang der Einrichtung im Kieler Hotel Birke. Sechs Wochen nach Elias Geburt wurde festgestellt, dass seine Leber nicht richtig arbeiten kann – die Ärzte im Kieler Uniklinikum sprachen von einer Gallengangatresie. Elia hat bereits fünf Transplantationen hinter sich – „immer wieder hat sein Körper die Organe abgestoßen“, berichtete die 27-jährige Mutter aus Mölln. Insgesamt verbrachte sie elf Monate in der roten Backsteinvilla in der Lornsenstraße – „mit Höhen und Tiefen“, wie Anika Schwandt erzählte. Die letzte Operation ihres Sohnes vor genau einem Jahr, am 7. Februar 2013, verlief erfolgreich. Trotz kleiner Abstoßungsreaktionen gehe es ihm gut. „Er holt viel nach und steht gern im Mittelpunkt“, sagte seine Mutter. Das bewies der Dreijährige auf der Bühne neben Moderatorin und Schirmherrin Bettina Tietjen. Strahlend nahm Elia Geschenke entgegen, packte ein Lego-Polizeiauto sofort aus und baute es zusammen. Sicher ein kleiner, magischer Moment für seine Mutter. Denn noch vor einem Jahr hatte sie nicht gewusst, wie es mit dem Kleinen weitergeht – „es sah erst schlecht aus“.

„Magische Momente“, unter diesem Motto feierten neben Elia und seiner Mutter auch andere ehemalige Gäste des Hauses, Helfer sowie Mitglieder des Freundeskreises und weitere Förderer unbeschwerte Stunden miteinander. Unter den Gästen waren die Präsidentin des Freundeskreises und Kieler Oberbürgermeisterin a.D., Angelika Volquartz (CDU), Professor Hans-Heiner Kramer, Leiter der Kinderkardiologie am UKSH sowie Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD). Alheit lobte das ehrenamtliche Engagement der Helfer und sprach im Namen der Landesregierung Anerkennung für die Arbeit der Einrichtung aus.

Bei einer Auktion wurden später ein kleiner Opal, den ein Kieler Schmuckhändler gespendet hatte, sowie die Begleitung in eine Sendung mit TV-Moderatorin Tietjen ersteigert. Der Erlös kommt dem Ronald McDonald Haus zugute. Es war vor 24 Jahren in Kiel die erste der bisher 19 Einrichtungen dieser Art bundesweit.

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