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„Thor Heyerdahl“ : Ein Vorbild für junges Engagement

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bundesverdienstkreuz für den 30-jährigen Michael Saitner: Der Vorsitzende des Vereins Segelschiff „Thor Heyerdahl“ wird heute vom Ministerpräsidenten ausgezeichnet.

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erstellt am 06.Jan.2014 | 08:42 Uhr

Er ist nicht nur mitgefahren und hat das Segeln auf der Ostsee genossen – Michael Saitner hat dazu beigetragen, dass nach ihm noch viele junge Menschen wertvolle Erfahrungen an Bord der „Thor Heyerdahl“ sammeln können. In einer der schwersten Zeiten des Kieler Traditionsseglers übernahm er vor vier Jahren den Vorsitz über den ihn stützenden Verein und brachte das Schiff wieder auf Kurs. Für das besondere Engagement verleiht Ministerpräsident Torsten Albig neben der Kielerin Birgit Sippell-Amon auch dem 30-Jährigen heute das Bundesverdienstkreuz.

Er sei überrascht, gerührt und stolz gewesen, als ihn der Brief des Bundespräsidialamtes erreichte, verrät Saitner. „Es war schon ein komisches Gefühl, so herausgehoben zu werden“, gesteht der Rechtsreferendar am Landgericht Kiel. Doch mit der Auszeichnung werde auch die Arbeit des Vereins Segelschiff „Thor Heyerdahl“ besonders dargestellt und der Einsatz vieler anderer gewürdigt, sagt er weiter. Allerdings war er es, der nach einem Auslandsjahr in Bergen Verantwortung für das Schiff übernahm, das ihn von seinem ersten Törn an, wie viele andere zuvor, in den Bann gezogen hatte: Mit 26 Jahren ließt er sich zum Vorsitzenden wählen. „Es war die Chance, das gerade umfangreich sanierte Schiff wieder in Fahrt zu bringen und den Aufbruch mitzugestalten“, erinnert sich Saitner. Zwei Jahre hatte der Dreimast-Toppsegelschoner in der Werft gelegen, was zu einem Einbruch bei der Stammbesatzung und den Kunden führte. Das Ehrenamt habe sein Studium nicht gerade beschleunigt. „Aber ich habe die Hoffnung, dass es sich über das Leben ausgleicht“, erklärt Saitner, der dankbar ist für die „vielen Erfahrungen“ die er an der Spitze des Vereins sammeln konnte. Mit dem insgesamt verjüngten Vorstand an der Seite sei es gelungen, das Schiff in den Dienst neuer Projekte zu stellen, wie zum Beispiel die gesponserten Tagesfahrten für Flüchtlingskinder oder Schüler aus problembehafteten Kieler Stadtteilen wie Gaarden und Mettenhof. „Das sind herzensgute Kids“, weiß Saitner. „Man muss sie nur an die Hand nehmen und auf den richtigen Pfad stupsen.“ Segeln sei dafür ein ideales Mittel. Die Jugendlichen lernten an Bord, was es heiße, sich aufeinander verlassen zu können. „Das ist eine Erfahrung, die sie sonst nicht so häufig machen – nicht mal im Sportverein“, merkt Sainter an. Wind, Sturm und Wellen ausgesetzt, werde das Erlebnis noch intensiviert.

Inspiriert durch sein Jahr in Bergen hat der gebürtige Hesse eine Brücke zwischen der „Thor Heyerdahl“ und dem Peer-Gynt-Club aufgebaut, der sich die Förderung des deutsch-norwegischen Verständnisses auf die Fahnen geschrieben hat. So führte der Traditionssegler Jugendliche aus Larvik, der Heimatstadt seines Namensgebers, mit Schülern des nach ihm benannten Gymnasiums in Mettenhof an Bord zusammen. Als Unterstützer dieser und ähnlicher Aktivitäten konnte Saitner den Nautischen Verein Kiel gewinnen, in dem er als aktives Beiratsmitglied wirkt. Doch damit nicht genug: Der angehende Jurist ist bürgerliches Mitglied der SPD und vertritt die Kieler Ratsfraktion im Jugendhilfeausschuss sowie im Ausschuss für Familie und Soziales, er ist Schöffe beim Kieler Landgericht und bringt sich im Ehrenamtsbüro „Nette Kieler“ ein. Außerdem ist er Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und hat dort besonders die Jugendhilfe im Blick.

In wenigen Wochen steht die Neuwahl des Vorstands beim Verein Segelschiff „Thor Heyerdahl“ an, der mittlerweile 1100 Mitglieder zählt. Saitner wird, wie seine Vorstandskollegen, noch einmal antreten und möchte „im jungen Team weitere vier Jahre Gas geben und auf dem Erreichten aufbauen“. Doch zunächst wird er heute das Bundesverdienstkreuz entgegennehmen und mit seiner Familie feiern – sich und die „Thor“.

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