Kindergruss-Aktion für Afghanistan : Ein Stück Kieler Woche beim Einsatz in Kabul

Oberbootsmann Manuela Kötz hilft Ole (3 Jahre) mit dem Handabdruck.
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Oberbootsmann Manuela Kötz hilft Ole (3 Jahre) mit dem Handabdruck.

Gewalt, menschliche Not und die schwelende Terror-Gefahr: Der Aufenthalt im Krisengebiet ist für viele Soldaten zermürbend. Bunte Abdrücke von Kinderhänden sollen die Deutschen beim Afghanistan-Einsatz aufmuntern und an die Heimat erinnern.

shz.de von
27. Juni 2014, 09:51 Uhr

Kiel/Kabul | An den Abschied denkt Sascha O. sehr ungern, doch der Zeitpunkt rückt immer näher: Ende Juli fliegt der Bundeswehr-Hauptfeldwebel wieder nach Kabul. Seinen vollständigen Nachnamen darf und will er wegen des Auslandseinsatzes aus Sicherheitsgründen nicht nennen. In der afghanischen Hauptstadt ist er vier Monate lang im Einsatz. Weit weg von seiner Familie – doch dieses Mal ist es für Sascha O. eventuell etwas einfacher zu ertragen. Denn im Speisesaal seines Lagers soll in der kommenden Woche ein Bettlaken aufgehängt werden, das während der Kieler Woche gestaltet wird.

Auf dem Laken sind Handabdrücke von rund 40 Kindern und Jugendlichen in blauer und grüner Farbe mit dazugehörigem Namen und Alter zu sehen. Darunter befinden sich auch die Abdrücke der beiden Söhne von Sascha O. Sie sind zwei und fünf Jahre alt. „Die Zeit ohne Familie schmerzt immer, daher ist das Bettlaken eine schöne Erinnerung an Zuhause.“

Genau dies beabsichtigte Diethelm Scholle, Beauftragter für die bundeswehreigene Post, als er die Kindergruß-Aktion ins Leben rief. „Gerade die in Afghanistan stationierten Soldaten und zivilen Mitarbeiter sind einer großen Gefahr ausgesetzt und benötigen entsprechend viel Motivation aus der Heimat“, berichtet Scholle. „Es gibt zwar schon das gelbe Band der Verbundenheit als Ausdruck für Solidarität mit den Soldaten, insofern stellen die Kindergrüße eine zusätzliche Art der Unterstützung dar.“

Mit dieser Meinung steht er offenbar nicht allein: „Einige Jugendliche haben auf ausdrücklichen eigenen Wunsch hin an der Aktion teilgenommen“, sagt Scholle. Umgekehrt habe es auch zahlreiche Eltern gegeben, die von der Bundeswehr-Arbeit überzeugt sind und daher ihre Kinder einen Handabdruck machen ließen. Dazu zählt auch die Familie von Sascha O. „Es ist sehr schön, wenn man etwas Persönliches mit in den Einsatz nehmen kann.“

Bilder, Programmtipps und eine Übersichtskarte zur Kieler Woche finden Sie auf unserer Dossierseite shz.de/kielerwoche

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