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Gaarden macht mobil : Ein Stadtteil zeigt sich in Orange

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fantasievoll, tolerant und lebenswert: Mit dem „Kulturfrühling“ präsentiert sich das oft geschmähte Gaarden von seiner schmucken Seite. Annähernd 50 Veranstaltungen sollen auch Besucher von außerhalb ins Quartier rund um den Vinetaplatz locken.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2017 | 20:11 Uhr

Passanten sollten sich nicht wundern, wenn sie in den kommenden Wochen orange gekleidete Menschen auf den Ostufer-Straßen sehen. Die leuchtende Farbe, die sich auch in Regenschirmen, auf Fahrrädern oder auf Sitzmöbeln zeigt, hat System. Sie soll auf den „Gaardener Kulturfrühling“ hinweisen, der am 27. April startet und auch auswärtige Besucher zu Entdeckungstouren durch den vielfach geschmähten Stadtteil einlädt.

„Alle haben eine Meinung zu Gaarden“, weiß Silke Solbach vom Stadtteilbüro Ost zu berichten. „Doch die Hälfte von ihnen war selbst noch nie in Gaarden unterwegs.“ Das könnte sich ändern. Denn der „Kulturfrühling“ lockt mit einer Fülle von Veranstaltungen und hält mit den Vorzügen des Stadtteils nicht hinter dem Berg. Zu bieten hat das Multikulti-Quartier mit seinem großen Migrantenanteil beispielsweise eine beachtliche eigene Historie (die mit der Eingemeindung zu Kiel 1901 endete) und folglich auch eine sehenswerte Architektur, eine vielseitige Kulturszene und unerwartet hohe Dichte an Parks.

„Es gibt viel zu entdecken“, verweist Silke Solbach auf die insgesamt sechs Spaziergänge, die an den nächsten Sonnabenden zum Kennenlernen genau dieser Eigenschaften einladen. Gaarden hat nach ihren Worten sogar einen „heimlichen Bestseller-Autor“ zu bieten. Walter Ehlert, Stadtteil-Chronist und ein Neffe des legendären „Ohnsorg“-Schauspielers Henry Vahl, hatte großen Erfolg mit seinem Buch „Gaardener Geschichte(n) vom Handel und Wandel“ (wir berichteten). Gleich drei Mal wird er im Rahmen des „Kulturfrühlings“ mit seinen Zuhörern plaudern – im Mietertreff Schatzhaus, bei Hempels und in der Stadtteilbücherei am Vinetaplatz.

Drei Dutzend Vereine und Organisationen haben sich unter orangenen Fahne zum „Kulturfrühling“ mit seinen nahezu 50 Einzel-Veranstaltungen zusammengefunden. Die Arbeiterwohlfahrt mit der Räucherei ist ebenso dabei wie die Diakonie, die Jüdische Gemeinde und die Türkische Gemeinde, Klimagaarden, Kulturwerft, Sozialkirche, Werftpark-Theater und Musikschule – um nur einige zu nennen.

Eröffnet werden die sechs Wochen Gaardener Kultur am Donnerstag, 27. April, mit zwei Umzügen, die sich um 15 Uhr auf dem Vinetaplatz treffen. Angeführt werden sie von der „Gaardener Delegation“. Im Gefolge von Bruno Levtzow vom Ortsbeirat und Norbert Aust (ehemals Werftpark-Theater) befinden sich neben angesehenen Honoratioren solch schräge Figuren wie der Paukende Fisch, die Posaunende Nonne oder die Beckenschlagende Nymphe. Die Kostüme sind Anspielungen auf die Gaardener Historie als Siedlung an der Förde und Besitz des Preetzer Klosters.

Die Veranstalter sind überzeugt, dass viele Gäste von außerhalb überrascht sein werden vom Charme, den der Ostufer-Stadtteil ausstrahlen kann. Wo sonst gemeinhin Gaarden oft im Zusammenhang mit Überfällen und schmuddeligen Straßen genannt wird. Das ausführliche Programm ist als Faltblatt im Büro der Sozialen Stadt am Vinetaplatz erhältlich, im Internet liefert die Seite www.gaardener-kulturfrühling.de ausführliche Hinweise zu den einzelnen Veranstaltungen. Zu denen übrigens am Sonnabend, 10. Juni, Theaterchef Daniel Karasek aufs Ostufer kommt. Gemeinsam mit Norbert Aust will er im Szenegarten Grünes Eck höchstpersönlich Frühlingsgefühle erwecken. Ihr Thema: „Bienen, Blumen und menschliche Triebe.“  

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