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Ein „sicherer Hafen“ für junge Familien

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Prävention im Fokus: Stadt und Einrichtungen bilden Arbeitsbündnis „Frühe Hilfen Kiel“

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2015 | 10:46 Uhr

In der Landeshauptstadt leben 34  700 Kinder und Jugendliche – gut 8600 davon sind im Säuglings- und Kleinkindalter. Diese Gruppe, gut ein Viertel aller Kinder, hat die Stadt nun besonders ins Visier genommen.

Als „Bündnis für die Kleinsten“ bezeichnete Kiels Bildungsdezernentin Renate Treutel gestern die Unterzeichnung einer besonderen Zusammenarbeit: Gemeinsam mit Vertretern sozialer, medizinischer und kirchlicher Einrichtungen aus Kiel wollen das Jugend- und das Gesundheitsamt der Stadt werdenden Eltern und ihren Kindern von der Geburt bis zum dritten Lebensjahr noch stärker zu einem „sicheren Heimathafen“ in der Familie verhelfen. Gemeint sind eine enge Bindung zu den Eltern, Grundvertrauen und Selbstsicherheit als Basis, um die „Stürme des Lebens“ überstehen zu können. Das ist besonders in der heutigen Zeit, in der „psychische Auffälligkeiten bei Eltern und Kindern unser Hauptthema sind“, wie die Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes der Stadt, Dr. Angelika Hergeröder betonte, eine Herausforderung.

Das neue Arbeitsbündnis „Frühe Hilfen Kiel“ versteht sich als behörden- und Institutionen-übergreifendes Netzwerk und soll Familien Ansprechpartner vermitteln, Elterntrainings anbieten, ihnen in schwierigen Lebenslagen helfen – kurz: mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das läuft bereits seit Jahren, doch Vernetzung und Evaluation sollen noch besser werden. Grundlage ist die Bundesinitiative Frühe Hilfen, die alle Kommunen zur Kooperation verpflichtet und die Arbeit in Kiel mit 160  000 Euro unterstützt. Das Land gibt über das Programm „Schutzengel“ 30  000 Euro dazu. Auch in Rendsburg, Eckernförde, Neumünster, Eutin sowie den benachbarten Kreisen gibt es Angebote der „Frühen Hilfen“ wie ein Familientelefon oder Familienhebammen. Doch Kiel ist landesweit Vorreiter in der Kooperation, so zumindest sieht es die Stadt. Etwa in der verwaltungseigenen Zusammenarbeit zwischen Jugend- und Gesundheitsamt, bei der sich Vertreter der Ämter einmal im Monat treffen. „Wir hören immer wieder, dass dies nicht selbstverständlich ist“, betont Renate Treutel.

Der Fokus der „Frühen Hilfen“ liegt auf dem Vorbeugen von Problemen. Das betonte Treutel gestern: „Der Start ins Leben ist unglaublich wichtig. Nur wenn da alles gut läuft, können Kinder lernen und die Welt erobern. Später ist das nur schwer und unter hohem personellen und finanziellen Aufwand wieder zu korrigieren“, sagte die Dezernentin. Der Weg müsse über die Eltern gehen.

Und die wollen Akteure wie das Städtische Krankenhaus, das Kinderschutzzentrum, die DRK-Heinrich-Schwesternschaft, die Uniklinik, das Haus der Familie und weitere zusammen mit der Stadt besonders mit niedrigschwelligen Angeboten erreichen. Im Januar will Treutel bereits den ersten Bildungsbericht für die „Frühen Hilfen“ vorlegen – mit ersten Ergebnissen.

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