Ein Platz zu Ehren einer Ohnsorg-Legende

henry-vahl01
1 von 2

shz.de von
23. Juli 2014, 06:12 Uhr

Er war kein gebürtiger Kieler, hatte aber einen Bezug zur Stadt: Schauspieler Henry Vahl, der in jungen Jahren in Kiel lebte und den Grundstein für seine Karriere legte. Nun wurde ihm zu Ehren ein eigener Henry-Vahl-Platz eingeweiht – am Haus, in dem er aufgewachsen ist. An seinem 37. Todestag.

Am 26. Oktober 1897 in Stralsund geboren, kam Vahl (Foto) mit seinen Eltern 1906 nach Kiel. Nach einigen Umzügen bezog die Familie 1913 eine Wohnung in der Iltisstraße 49 in Gaarden. In Kiel kamen drei weitere Kinder zur Welt: Ilse, Bruno, der später als Bruno Vahl-Berg auch Schauspieler wurde, und Lissy, die Mutter des Schauspielers Edgar Bessen. Henry Vahl begann eine Ausbildung auf der Kaiserlichen Werft, wechselte nach einem tödlichen Unfall seines Vaters ins Hansa-Hotel am Bahnhof. Dort konnte er als Page arbeiten und in seiner Freizeit als Statist am Kieler Stadttheater etwas hinzuverdienen. 1915 bekam er seine erste Rolle im Weihnachtsmärchen „Peterchens Mondfahrt“. Später feierte er als Operetten-Buffo größere Erfolge auch in Lübeck, wo er seine spätere Frau, die Tänzerin Germaine Koch, kennen lernte. Nach Kriegsende zog das Paar nach Hamburg, wo Vahl an diversen Bühnen spielte, bis er 1957 im Ohnsorg-Theater aushalf und dort 1958 in dem Stück „Meister Anecker“ den Durchbruch schaffte. Auch in zahlreichen Filmen, Fernseh- und Hörspielen wirkte Henry Vahl mit. Er starb am 21. Juli 1977 mit 79 Jahren.

„Es ist für uns wie eine Auferstehung unserer Jugenderinnerungen an die Iltisstraße und an unseren Onkel Henry“, sagte Vahl-Neffe Walter Ehlert, der mit Unterstützung des Ortsbeirats die Namensnennung initiiert hatte. Im Beisein von Ehlert und seiner Schwester Lissi Freitag sowie dem Vahl-Neffen Edwin Vahl und Heidi Bessen, der Witwe von Edgar Bessen, sowie etwa 60 Gästen überbrachte Kiels Kulturreferent Rainer Pasternak die Grüße des Kieler Theaters sowie des Ohnsorg- und St. Pauli Theaters.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert