Realität und Science-Fiction : Ein phantastisches Jahr mit Jules Verne

Auf den Spuren des berühmten Autoren: (von links) Ulrich Sowada, Cora Braun und Eduard Thomas widmen sich ein Jahr lang dem Werk von Jules Verne.
Auf den Spuren des berühmten Autoren: (von links) Ulrich Sowada, Cora Braun und Eduard Thomas widmen sich ein Jahr lang dem Werk von Jules Verne.

Zum Mond, um die Welt oder in die Tiefen der Meere: Sechs Einrichtungen widmen sich ein Jahr lang dem berühmten Science-Fiction-Autor. Vor genau 150 Jahren hatte Jules Verne sein Buch „Von der Erde zum Mond“ vorgelegt – mit teilweise verblüffenden Berechnungen, die sich später bei der bemanntenRaumfahrt als richtig erwiesen.

shz.de von
26. Januar 2015, 12:13 Uhr

Die Geschichte begann vor fast 60 Jahren. Der kleine Ulrich Sowada hatte sich nach einem Sturz eine Gehirnerschütterung zugezogen, er musste das Bett hüten. Seine Mutter schenkte ihm ein Buch von Jules Verne: „Von der Erde zum Mond.“ Die Begeisterung für die Romane des literarischen Visionärs hat den heute 66-Jährigen nie wieder verlassen. Der Professor für Physik und Lasertechnik, mittlerweile im Ruhestand, gehört zu den Initiatoren eines Kieler Jules-Verne-Jahres. Morgen Abend zündet mit einem Sowada-Vortrag die erste Stufe der Abenteuer-Rakete.

Vor genau 150 Jahren legte der französische Autor sein Buch „Von der Erde zum Mond“ vor. Anlass genug für sechs wissenschaftliche Einrichtungen an der Förde, das Werke des frühen Science-Fiction-Schriftstellers gemeinsam zu würdigen. Zumal Jules Verne tatsächlich in Kiel Station gemacht hatte: Er fuhr 1881 mit seiner Dampfyacht „Saint Michel III“ durch den Alten Eiderkanal.

Eduard Thomas (60) als Chef des Zentrums für Kultur und Wissenschaftskommunikation an der FH Kiel war sich schnell einig mit seinem Kollegen Eckart Bedbur vom Geologisch-Mineralogischen Museum: Jules Vernes berühmte Reise zum Mittelpunkt der Erde lässt sich – rein wissenschaftlich – gut für eine Ausstellung verwenden. Und der Botanische Garten stellt demnächst die exotischen Pflanzen und Sträucher vor, die den Weg des Romanhelden Phileas Fogg bei seiner Reise „In 80 Tagen um die Welt“ flankiert haben.

Die Rendsburgerin Cora Braun (19), zurzeit FSJ’lerin im Mediendom, hatte schließlich die Idee, die Jules-Verne-Reihe für eine Stempelpass-Aktion zu nutzen. Wer mindestens fünf der acht Veranstaltungen besucht, kann sich am Ende des Jahres an einer Verlosung beteiligen. „Das ist für uns eine gute Möglichkeit, die Resonanz zu überprüfen und Bilanz zu ziehen“, erklärt Thomas.

Dass der technisch versierte Jules Verne mit seinen Romanen Entwicklungen wie die Weltraumrakete oder das Tiefsee-U-Boot vorwegnahm, ist bekannt. In einer verblüffenden Berechnung kalkuliert er die Zeit für die Reise zum Mond auf 97 Stunden, wie Sowada in seinem Vortrag erklären wird. Und tatsächlich: Als Neil Armstrong am 21. Juli 1997 als erster Mensch seinen Fuß auf den Erdtrabanten setzte, waren seit dem Start gut vier Tage vergangen.

 
Die Veranstaltungen im Einzelnen:

> „Mit Jules Verne zum Mond“; Mittwoch, 28. Januar, 18 Uhr; Vortrag im Hörsaal des Mediendoms; Eintritt 4 Euro (ermäßigt: 2);
> „Auf zum Mond – ein privates Raumfahrtabenteuer“; ab 1. Februar; Mediendom
> „Eine Reise zum Mittelpunkt der Erde“; Audimax; 4. Februar, 16 Uhr; Kinder-Uni
> „Eine Reise zum Mittelpunkt der Erde“; Ausstellung; ab 15. Februar; Geologisches & Mineralogisches Museum
> „In 80 Tagen um die Welt“; Exkursion im Botanischen Garten (Termine: Absprache)
> „Der Sprung ins All“; 360o-Vorführung; ab April; Mediendom
> „20  000 Meilen unter dem Meer“; 30. Juni bis 10. Juli; deutsch-französische Lesung im Mediendom
> „Jules Verne – Drei Reisen durch das Unmögliche“; 360o-Musikshow; ab Oktober; Mediendom

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