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Botschaften der Schüler : Ein Monster wirbt für Toleranz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gestern Nachmittag war Eröffnung der Internationalen Wochen gegen Rassismus. Dabei wurden auch zwei Busse der KVG vorgestellt, die künstlerische Schüler-Botschaften ein Jahr lang durch die Stadt fahren werden. Die Entwürfe haben Toni-Jensen-Schüler angefertigt.

Hanne, Katharina, Clara und Dennis sind überzeugt, dass der Mensch in seinem tiefsten Inneren gut und gerecht ist. Nur kommen diese positiven Eigenschaften im tagtäglichen Leben nicht immer richtig zur Geltung, sie werden unterdrückt und verdeckt. Für ein freies Miteinander ist es nach Auffassung der vier Toni-Jensen-Schüler deshalb wichtig, „das Tolerenzmonster“ herauszulassen. „Weck das Monster in Dir – für ein respektvolles Wir“ heißt ihr künstlerischer Ansatz, der gestern zur Eröffnung der Internationalen Wochen gegen Rassismus als Siegerentwurf vorgestellt wurde.

Unter Leitung der beiden Kunstlehrer Jörg Thomas und Friederike Schuller wurden an der Toni-Jensen-Schule in Dietrichsdorf insgesamt 14 Vorschläge für den Wettbewerb „Ohne Rassismus in die Zukunft fahren“ eingereicht. Und dieser Titel ist durchaus wörtlich zu nehmen: Das Toleranzmonster des Schüler-Quartetts ziert ab sofort einen Linienbus der KVG, ein Jahr lang wird es sich durch die Stadt schlängeln. Ebenso wie der Fußball-Entwurf aus dem zehnten Jahrgang. „Rassismus ist kein Sport“ heißt die klare Botschaft des zweiten ausgezeichneten Kunstprojektes.

Stadtpräsident Hand-Werner Tovar erinnerte in seiner Eröffnungsrede daran, dass die Internationalen Wochen gegen Rassismus auch 50 Jahre nach ihrer Premiere bei den Vereinten Nationen noch nicht überflüssig geworden sind. „Leider gibt es Rassismus und Diskriminierung bis heute“, sagte Tovar und zeigte sich erschrocken angesichts der Zustimmung, die die Pegida-Bewegung in den letzten Monaten hierzulande erfahren hatte. In Kiel aber habe man gezeigt, wie stark die Gegenbewegung sein könne. Tausende Menschen hätten sich im Januar bei der Kundgebung auf dem Wilhelmplatz und der folgenden Demonstration für eine weltoffene Stadt ausgesprochen. „Pegida ist hier gar nicht entstanden“, erklärte der Stadtpräsident mit stolzer Stimme.

Tovar wandte sich dann direkt an die Toni-Jensen-Schüler, die sich auch schon in den letzten Jahren an den Wochen gegen Rassismus beteiligt hatten. „Ihr macht die Problematik sichtbar. Die Busse mit euren Entwürfen sorgen für Aufsehen und Hinsehen und bringen die Menschen zum Nachdenken.“ Fast schon philosophisch stellte der Stadtpräsident fest: „Die kreative Minderheit schafft eine bessere Welt.“

Mit Liedern des Duos „Seelenrein“ endete gestern der Auftakt. Imke Petermann und Dean Martin Niemöller – auch sie frühere Toni-Jensen-Schüler – machten die den vorwiegend jugendlichen Zuhörern Mut zur eigenen Courage: „Schwach ist nur der, der nicht kämpft.“

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erstellt am 16.Mär.2015 | 11:23 Uhr

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