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Knierim Werft : Ein halbes Jahrhundert im Yachtbau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kieler Werft feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Anlass genug für Finanzministerin Monika Heinold, Knierim Yachtbau einen Besuch abzustatten.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2015 | 06:10 Uhr

Alles Maßarbeit im Nordhafen: In einer gesicherten Zone arbeitet eine Fräse auf den Zehntelmillimeter genau an einer Kielbox, während Knierim-Geschäftsführer Steffen Müller die Finanzministerin durch die Hallen des Betriebsgeländes führt. Direkt am Nord-Ostsee-Kanal nahe der Schleuse gelegen, fertigt die Werft auf ihrem mehr als 20  000 Quadratmeter großen Areal einer ehemaligen Papierlagerhalle seit 2002 individuelle Yachten. Das mittelständische Kieler Unternehmen mit 60 Mitarbeitern war früher auf der Ostseite der Förde in Laboe zu Hause; in diesem Jahr feiert es sein 50-jähriges Bestehen. Anlass genug für Monika Heinold (Grüne), Knierim Yachtbau zu besuchen. Das gesamte Kabinett der Landesregierung schwärmte gestern zu Ortsterminen in der Landeshauptstadt aus. Heinold lobte Knierim: „Schleswig-Holstein lebt davon, dass wir einen guten und gesunden Mittelstand haben.“

1965 vom heute 81-jährigen Bootsbauer Günter Knierim gegründet, sind in dem halben Jahrhundert bis heute bei Knierim eine ganze Reihe von Yachten entstanden – von der Zeichnung bis zur Schlüsselübergabe. Am neuen Standort allein sind es bis heute 30 Neubauten. Sportliche High-Tech-Yachten und Fahrtensegler für die Weltumrundung werden genauso gefertigt wie Boote der Luxusklasse. Weltweite Aufmerksamkeit bekam die „Germany 1“ – Deutschlands America’s Cup-Kampagne im Jahr 2007. Auftraggeber kommen aus der Region, der ganzen Republik, aber auch aus Nordeuropa. Der Umsatz des Unternehmens bewegt sich nach Auskunft von Geschäftsführer Müller im Rahmen von zehn Millionen Euro im Jahr. In Zukunft will die Werft noch mehr Standbeine aufbauen: Neben dem Boots- und Formbau von Rotorblättern für Windkraftanlagen „wollen wir noch mehr Möglichkeiten ausloten – für die Architektur, Möbelindustrie und auch die Kunst“, so Müller. Die Präzisionsfräsen können auch bei der Fertigung großer Skulpturen zum Einsatz kommen.

Die Nachfrage der Finanzministerin, ob die Werft Probleme beim Finden von Fachkräften habe, verneinte Geschäftsführer Müller. Derzeit gebe es zwölf Auszubildende – „und keinen Mangel an geeigneten Bewerbern“. Allerdings würden viele Azubis aus ihren romantischen Vorstellungen vom Bootsbau gerissen: „Das ist hier harte Arbeit mit Chemie und Faserverbundwerkstoffen.“ So hart, dass die einzige Bootsbau-Gesellin nach anderthalb Jahren hinschmiss. Die langfristige Perspektive fehlt zudem: „Es ist mühsam, im Handwerk Geld zu verdienen“, so Müller. Viele würden nach der Lehre studieren. Sein Wunsch an die Politikerin: Die Stärkung des Handwerks und des mittleren Ausbildungsweges.


Knierim feiert das 50-jähriges Bestehen kurz vor der Kieler Woche (12./13. Juni) mit offenen Werfttoren.


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