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Kunst in der Kirche : Ein Gemälde – nur zur Passionszeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regelmäßig zur Passionszeit stellt der Flensburger Künstler Uwe Appold dem Ökumenischen Zentrum in Kiel-Mettenhof ein Werk aus seinem Zyklus „Sieben Kreuze“ zur Verfügung. Die Gemeinde darf diskutieren über die Wirkung des neben dem Altar aufgestellten Bildes.

„Diese Intensität erlebt man nirgendwo. In keinem Museum, in keiner Ausstellung.“ Der Flensburger Künstler Uwe Appold ist hocherfreut über die Beachtung, die sein Gemälde im ökumenischen Zentrum in Kiel-Mettenhof erfährt. „Fürwahr, ich sage Dir: Heute wirst Du bei mir im Paradies sein“ ist der Titel des Bildes, das zum siebenteiligen Zyklus „Sieben Kreuze zu den letzten Worten Jesu“ gehört. Immer in der Passionszeit, von Aschermittwoch bis Ostermontag, stellt Appold der Gemeinde ein Kunstwerk zur Verfügung. Die Aktion läuft bereits im fünften Jahr.

Pastorin Jutta Weiß von der Evangelischen Thomas-Gemeinde und Pfarrer Armin Mack von der katholischen Gemeinde St. Birgitta sprechen von einer „starken Stimmung“, die von dem Bild ausgeht. Die biblische Finsternis von der sechsten bis zur neunten Stunde präge einen Großteil des 2,20 Meter hohen und 1,60 Meter breiten Kunstwerkes ein, die helle Zone in der Mitte vermittle zugleich Zuversicht.

„Man spürt förmlich den letzten Atem Jesu Christi“, sagen die beiden Theologen und laden die Besucher der Passions-Gottesdienste gemeinsam mit Appold regelmäßig zur Kunstdebatte ein. Man muss wissen: Der Kirchenraum des ökumenischen Zentrums ist eigentlich völlig frei von künstlerischen Werken – das Appold-Werk hinter dem Altar besitzt umsomehr Strahlkraft. Wort, Musik und Bild sorgen damit in der Passionszeit für eine Verzahnung der christlichen Verkündung mit der Malerei.

Entstanden ist der Zyklus im Appold-Atelier bereits zur Jahrtausendwende. Der Künstler, der sich immer wieder biblischer Motive angenommen hat („Der Elia-Zyklus“, „Das Hohe Lied“, „39 Bilder zur Apokalypse“), hat für die „Sieben Kreuze“ mit Erde und Sand gearbeitet, teilweise sogar auf Textilien wie ein zerrissenes Hemd zurückgegriffen. Der Herstellungsprozess verleiht dem Kunstwerk eine deutliche plastische Eigenschaft, die ihre Wirkung beim Gottesdienstbesucher nicht verfehlt. „Mitunter erzählen mir die Besucher ihre Lebensgeschichte“, erklärt Uwe Appold und fügt hinzu: „Ich lerne sehr viel.“

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erstellt am 29.Mär.2015 | 18:23 Uhr

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