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Ein Freilichtmuseum auf dem Wasser

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Museumsbrücke öffnet ab heute wieder zur Sommersaison / Repariertes Seenotrettungsboot „Hindenburg“ zurück in der Schiffs-Ausstellung

Ihr Turm leuchtet in frischem Orange – von dort oben hielt die Besatzung der „Hindenburg“ bei Einsätzen in der Nordsee Ausschau nach Schiffbrüchigen. Gebaut im Kriegsjahr 1944, wurden in 35 Dienstjahren mehr als 800 Schiffbrüchige gerettet. Passend zum Beginn der Sommersaison und zur Wiedereröffnung der Museumsbrücke ist das historische Seenotrettungsboot generalüberholt und gestärkt jetzt wieder auf der Kieler Förde zu bestaunen.

Mit ein bisschen Phantasie können Besucher des Schiffs sich in die dramatischen Rettungsaktionen, zumindest aber in ein Stück Seefahrtsgeschichte hineinversetzen. Das Boot liegt an der Museumsbrücke am Schifffahrtsmuseum (Fischhalle), den orangefarbenen Aussichtsturm kann man über eine steile Leiter erklimmen. Ausfahrten sind allerdings nicht möglich. Die insgesamt 300 PS starken Motoren, die das Schiff einst auch für Einsätze in schwerer See befähigten, bekommt die Stadt nicht mehr zum Laufen. Auch der Rumpf, der in eineinhalbjähriger Arbeit mit viel Aufwand entrostet sowie geschweißt werden musste – es waren mehrere Lecks entdeckt worden – hält dem Druck bei Fahrt wohl nicht mehr Stand, wie Museumsdirektorin Doris Tillmann gestern erklärte. Insgesamt 180  000 Euro steckte die Stadt in die Reparaturen.

Stück für Stück wird auch das historische Feuerlöschboot „Kiel“ wieder flott gemacht. „Wir hoffen, dass Besucher bald an Bord gehen können“, so Doris Tillmann: „Nur eine unfallsichere Gangway fehlt.“ Um die technische Ausstattung der Boote kümmert sich der 59-jährige Schiffsbetreuer Krysztof Kozakiewicz. „Rost klopfen, schweißen, nieten, malen“ – das gehört zu seinen Aufgaben. Nicht zu vergessen: Kozakiewisz hält Brücke und Boote sauber, kratzt immer wieder Möwenschiet ab.

Ab dem heutigen 15. April gelten wieder verlängerte Öffnungszeiten im Stadtmuseum Warleberger Hof (Dänische Str. 19) und im Schifffahrtsmuseum Fischhalle (Wall 65). Beide Häuser öffnen täglich von 10 bis 18 Uhr. Die Museumsschiffe „Bussard“ (Kieler Tonnenleger von 1905) „Hindenburg“ (Seenotrettungsboot von 1944, zuletzt auf Nordstrand stationiert) und „Kiel“ (Kieler Feuerlöschboot von 1941) können neben der historischen hellblau leuchtenden „Brausebude“ von 1980 ebenso täglich zwischen 10 und 18 Uhr besichtigt werden.

Neu im Programm: Besucher können Führungen nur für die Museumsschiffe buchen. Am letzten Sonnabend im Monat (28. Mai, 25. Juni, 30. Juli, 27. August, jeweils 15 Uhr) werden diese für drei Euro (zzgl. 1 Euro Führungsgebühr) angeboten. Anmeldungen sind unter Tel. 0431/  901  34  28 möglich, die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Ausfahrten mit rustikaler Bewirtung sind mit der alten „Bussard“ (Informationen im Internet unter www.dampfschiff-bussard.de) möglich.

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erstellt am 14.Apr.2016 | 10:26 Uhr

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