zur Navigation springen
Kiel

17. Dezember 2017 | 11:46 Uhr

Ein Denkmal für Zar Peter III.

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zarenverein will Bild über russischen Regenten aus Kiel zurechtrücken / Enthüllung im Schlossgarten im Juni

shz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 07:20 Uhr

Sein Plan ist aufgegangen: Geschichtslehrer Jörg Ulrich Stange (58) aus Rajensdorf bei Kiel holt mit dem Zarenverein Peter III. (1728-1762) zurück an die Förde. Jedenfalls wird die Erinnerung an ihn wieder greifbar. Der Ältestenrat der Stadt hat sich dafür ausgesprochen – nun erhält der russische Zar mit Kieler Wurzeln ein Bronze-Denkmal im Schlossgarten. Es ist ein Projekt mit einem Volumen von 100 000 Euro, nur über Spenden finanziert. „Es bedeutet uns im Zarenverein so viel, weil wir das Bild von Peter III. zurechtrücken wollen“, sagt Stange. „Er war nicht der Idiot, für den ihn viele halten.“

Zar Peter III. wurde in Kiel geboren als Sohn des Herzogs Karl Friedrich von Holstein-Gottorf und Anna Petrowna, Tochter von Peter dem Großen. Dadurch hatte er Anspruch auf den russischen Zarenthron. Beide Eltern starben sehr früh, daher wuchs Karl Peter Ulrich, so sein bürgerlicher Name, als Waisenjunge im Kieler Schloss auf. Mit zarten 14 Jahren holte ihn seine Tante, die kinderlose Elisabeth I., nach St. Petersburg. Sie machte ihn zum Thronfolger. Nach ihrem Tod Anfang 1762 regierte Peter mit seiner Frau Katharina als das neue Kaiserpaar. Die Regentschaft währte nur kurz: Genau 188 Tage, ein gutes halbes Jahr.

„Katharina war eine kluge, machtbewusste und intrigante Frau“, hat Geschichtslehrer Stange recherchiert. Im Juli 1762 wurde der Zar Opfer eines Mordkomplotts. Vermutlich tötete ihn ein Liebhaber seiner eigenen Frau, die später Zarin Katharina II. wurde. „Wäre Peter III. nicht ermordet worden, wäre er ein Reformer geworden“, sagt Jörg Ulrich Stange. An die 200 Erlasse und Gesetze habe der Zar vorbereitet, die Katharina stoppte. „Gesetze zur Religionsfreiheit, zur Bauernbefreiung, Amnestie für politische Gefangene“, zählt Stange einige Ansätze auf. Zudem beendete der Regent den Siebenjährigen Krieg für Russland. Doch Katharina habe viele unwahre Geschichten über ihn verbreitet.

Stange und seine fünf Mitstreiter wollen damit aufräumen. „Vielen Kielern war Peter III. vor Gründung des Zarenvereins vor fünf Jahren nicht bekannt“, sagt der Geschichtslehrer. „Im Rathaus hing ein unscheinbares Bild von ihm.“ Eine größere Bühne bekommt der Kurzzeit-Monarch im Schlosspark: Am 13. Juni soll die Skulptur, die der russische Künstler Alexander Taratynov gefertigt hat, feierlich enthüllt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen