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Ein buntes Dorf für kleine Kieler

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Verein Pädiko eröffnet in Neumeimersdorf besondere Kita für über 100 Kinder / Jede Gruppe hat ihr eigenes Haus / Entspannung und Ökologie

Kiel | Es ist ruhig. Zu ruhig. Über 80 Kinder tummeln sich gerade in dem kleinen Dorf. Doch die befinden sich gerade alle in einem der bunten Häuser. In dieser Woche hat der Verein für pädagogische Initiativen und Kommunikation, kurz "Pädiko", sein Kinderdorf am Bustorfer Weg in Kiel-Neumeimersdorf eröffnet. Später, wenn alle angemeldeten Knirpse da und eingewöhnt sind, werden es 104 kleine Kieler sein, die in einer der sieben Gruppen einen Teil ihres Tages verbringen.

Der Stadtteil im Süden der Landeshauptstadt wächst derzeit rasant. Und die Kindertagesbetreuung wächst mit. Das Kinderdorf ist innerhalb eines Jahres auf einem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück entstanden. "Die Dorf-Form ist wesentlich", betont die Pädiko-Leiterin Monika Clausing. "Jede Gruppe hat ihr eigenes Haus und damit ihr eigenes Zuhause, in dem die Kinder Ruhe und ein gutes Gefühl finden können." Die Kosten für die Einrichtung - ohne Grundstück - belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro, 18 pädagogische Fachkräfte mit Dorf-Leiterin Margarethe Platzeck kümmern sich dort um die Kinder da.

Vier Gruppenhäuser sind in Lila gehalten. Dort wohnen die zehnköpfigen Krippengruppen mit den unter Dreijährigen. In den roten Häusern haben die Elementargruppen mit je 22 Kindern von drei bis sechs Jahren ihren Platz. "Die Häuser sind im Grunde identisch aufgebaut", erklärt Architekt Björn Siemsen, der gemeinsam mit dem Architektenbüro BSP und Pädiko das Dorf entwickelte. In den Häusern der Krippengruppen befinde sich lediglich ein etwas größerer Schlafraum. "Die älteren Kinder haben in ihrem Haus an dieser Stelle ein Atelier, in dem sie sich kreativ betätigen können - zum Beispiel Bilder malen oder mit Ton und Holz arbeiten", sagt Siemsen. Das Zentrum des Dorfes bildet das Gemeinschaftshaus. "Hier soll mal eine Art Kinder-Parlament entstehen, wo die Kinder mitbestimmen und mitentscheiden sollen, was in unserem Dorf passiert, zum Beispiel ob ein Hinweisschild aufgestellt oder ein gemeinschaftlicher Obst- und Gemüsegarten angelegt werden soll", betont Monika Clausing.

Ohnehin sollen die Kinder als Partner, als kompetente Personen wahrgenommen werden, denen nicht alles vorgesetzt oder eingetrichtert wird. "Wir wollen auch eng mit den Eltern zusammenarbeiten und sie teilhaben lassen an dem, was ihre Kinder hier tagsüber erleben", sagt Clausing. Wichtig sei dabei auch die Wertschätzung der Dinge, die Kinder während ihres Aufenthalts schaffen. "Wenn sie ein Bild malen, dann soll das nicht einfach irgendwie und irgendwo aufgehängt, sondern angemessen präsentiert werden", sagt die Pädiko-Leiterin. Die Ästhetik sei ein wichtiger Bestandteil der so genannten Reggio-Pädagogik, die in dem Kinderdorf-Konzept umgesetzt wird, in der der Raum selbst bereits als erster Erzieher gilt und bei dem beispielsweise durch verglaste Wandteile Blickbeziehungen zwischen den Räumen möglich werden.

Von Bedeutung in der noch jungen Dorfgemeinschaft sind auch die Mahlzeiten in der Gruppe. Das Essen - ausschließlich vegetarisch oder vegan und bio - werde zwar angeliefert, doch vor Ort in jeder hauseigenen Küche ergänzt. "Dann wird Rohkost geschnippelt oder etwas gebacken", sagt Clausing. So werde den Kindern nicht nur gesundes Essen beigebracht, sondern zudem die soziale Komponente vermittelt.

Da darf der ökologische Grundgedanke nicht fehlen. Unbedenkliche Baustoffe, Sonnen-Kollektoren, deren Strom im Dorf verbraucht wird, oder Grasdächer, auf denen sich Insekten tummeln - das alles trägt zum Gesamtbild einer friedlichen Dorfgemeinschaft bei, die die Bewohner hier leben und lernen. Von klein auf.Kontakt zu Pädiko unter Tel. 0431/9826390 oder per E-Mail an info@paediko.de

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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