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Gast aus Tansania : Ein besonderer „Bufdi“ auf dem Bauernhof

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Imani Shayo (24) aus Tansania ist Teil eines Pilotprojekts auf dem Kieler Jugendbauernhof in Mettenhof. Er absolviert dort den einjährigen Bundesfreiwilligendienst.

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2015 | 06:04 Uhr

„Deutschland ist einer der schönsten Plätze auf der Welt, die ich kenne“, sagte Imani Shayo (24) aus dem 2500-Seelen-Dorf Marangu in Tansania, der zurzeit auf dem Kinder- und Jugendbauernhof der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Mettenhof ein Jahr im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes absolviert. Bereits in seiner Kindheit hatte er von 1995 bis 2000 in Bayern gelebt, wo sein Vater für das Missionszentrum „Eine Welt“ in Neuendettelsau und als Pastor in Bayreuth tätig war. Nun kam er über ein von der Landeshauptstadt unterstütztes Pilotprojekt der Glücksburger Artefact eGmbH als „Bufdi“ vom Fuße des Kilimandscharo zurück nach Deutschland.

Stadtpräsident Hans-Werner Tovar besuchte ihn auf dem Bauernhof, denn das Heimatdorf von Imani Shayo liegt in der Region Moshi Rural, zu der die Stadt Kiel seit 2012 eine Partnerschaft unterhält. „Ich war sehr froh, als ich hörte, dass ich bei dem Projekt dabei bin. Nach dem Süden wollte ich auch gerne den Norden Deutschlands kennenlernen“, so Imani Shayo strahlend. Auf dem Hof ist er zuständig für die Kleintiere und für die Betreuung der Kinder, die ihn mit Fragen zu seiner Heimat und den dort lebenden Tieren löchern. Erzählen kann er ihnen viel, war der studierte Geograph doch auch als Radiomoderator, Hospizmitarbeiter oder auch Safari Guide tätig und hat viele deutschsprachige Bergtouren am Kilimandscharo durchgeführt.

Besonders faszinierend an Deutschland findet er das Bemühen um den Umweltschutz. „Ich kann hier viel lernen, was man machen kann, um die Schönheit der Natur zu erhalten. Vieles davon werde ich in einem Jahr in meine Heimat mitnehmen und will versuchen, es dort umzusetzen“, so Shayo, den besonders das hierzulande praktizierte Recyclingsystem interessiert. Stadtpräsident Tovar lud den „Bufdi“ zu einem Besuch ins Rathaus ein – inklusive Turmfahrt – um sich bei der Gelegenheit mit ihm über weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit Kiels mit der Region Moshi Rural auszutauschen. Ein Angebot, das Imani Shayo gerne annahm. Schlechte Erfahrungen wegen seiner Hautfarbe hat Shayo, wie er betonte, weder in Kiel, noch in Kronshagen, wo er für das Jahr wohnt, nicht gemacht. „Bis auf ganz wenige Ausnahmen in meiner Kindheit in Bayern sind die Leute hier alle unheimlich nett und hilfsbereit“, berichtete der 24-Jährige.

Neben Shayo sind noch fünf weitere „Bufdis“ aus Tansania und Uganda in verschiedenen Orten von Glücksburg über Neumünster bis Elmshorn bei dem Pilotprojekt dabei. „Dass Leute aus Deutschland nach Afrika gehen, um zu helfen, ist normal. In der umgekehrten Richtung ist es bislang die seltene Ausnahme“, betonte Frank Lüschow von Artefact.

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