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Kieler Existenzgründer : Eigenes Geschäft als Weg aus der Arbeitslosigkeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Erfolgsgeschichte eines Kieler Existenzgründers: Jan-Peter Wittstock hatte seinen Job als Geschäftsführer verloren und startete mit seiner eigenen Boutique für Wohn- und Kochzubehör durch.

Kiel | Im August vor vier Jahren kam für Jan-Peter Wittstock das Aus. Er war bis dahin 15 Jahre lang Geschäftsführer eines bekannten Ladens für Wohn - und Lifestyle-Accessoires in der Holtenauer Straße gewesen – das Kieler „Kontor“. Wegen einer Betriebsübernahme verloren er und die anderen Mitarbeiter den Job. Später ging der Shop pleite. Der studierte Jurist entschied sich schnell dafür, ein eigenes Geschäft in Kiel zu eröffnen. Eine kleine Erfolgsgeschichte, wie sich zeigt.

Wittstock präsentiert nun in einem Eck-Laden an der Holtenauer Straße, fast in Sichtweite des früheren Arbeitsplatzes, seinen persönlichen Mix aus Büchern und Accessoires zum „Wohnen, leben, kochen, schenken“. In seinem Reich gibt es eine bunte Bandbreite – von saisonalen Deko-Artikeln über die originelle Kuckucksuhr bis zu Kochbüchern mit koscheren Rezepten. Dreieinhalb Jahre sind seit der Eröffnung vergangen. „Wittstock“ – mit einem Ausrufezeichen versehen – hat sich nach Angaben seines Inhabers inzwischen in den früheren Räumlichkeiten eines Herrenausstatters etabliert. Damit gilt der 48-Jährige für den Kieler Wirtschaftsminister Reinhard Meyer als Paradebeispiel für den Mut zur Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus. „Tolle Geschichte“, lobte Meyer das Konzept im Rahmen einer Übergabe von Förderbescheiden an Weiterbildungs-Einrichtungen wie die Wirtschaftsakademie (WAK) Schleswig-Holstein. Als Ort der Übergabe hatte er die Kieler Boutique gewählt.

Auch Jan-Peter Wittstock konnte von der Unterstützung der WAK profitieren. Während der Betreuung durch das Projekt „Leuchtturm Kiel“ erstellte er den notwendigen Businessplan – „und ich habe gelernt, was man besser macht und was besser nicht“. Die Nachhaltigkeit der Unterstützung zeigt sich für Meyer darin, dass 90 Prozent der besonders beratenen Gründer nach drei Jahren noch am Markt sind. Wittstock beschäftigt inzwischen zwei Teilzeit-Angestellte sowie zwei Aushilfen. Mit einem Darlehen über 60 000 Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau und eigenem Kapital hat er den Laden renoviert und bestückt.

In der Landeshauptstadt gibt es weitere Existenzgründer, die sich mit originellen Ideen und einer guten Portion Mut aus der Sackgasse der Arbeitslosigkeit befreit haben. So hat eine Fotografin sich mit Hilfe des „Leuchtturms“ für die Selbstständigkeit fit gemacht, betreibt ein erfolgreiches Fotostudio in Gettorf. Ein Langzeitarbeitsloser hat seine Leidenschaft für Tiere mit einem Geschäftskonzept verbinden – und eine nachgefragte Hundetagessstätte in Melsdorf eröffnet.

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erstellt am 18.Nov.2014 | 06:30 Uhr

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