Landgericht Kiel : Ehepaar soll Firmen um 500.000 Euro betrogen haben

Er soll teure Autos und Betonstahl verschoben, seine Ehefrau die Geldbeträge gewaschen haben. Der Schaden: rund 500.000 Euro. Nun muss sich das Paar vor Gericht verantworten.

shz.de von
11. Juni 2014, 14:04 Uhr

Kiel | Wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Geldwäsche und Urkundenfälschung steht seit Mittwoch ein Ehepaar aus dem Raum Celle vor dem Kieler Landgericht. Laut Anklage orderte der 36 Jahre alte Geschäftsmann als „operativer Leiter“ einer Firma mit Scheinsitz in Norderstedt Luxusautos und Betonstahl im Wert von rund 500.000 Euro - ohne zu bezahlen. Die Ware verschob er demnach, um aus dem Erlös den Lebensunterhalt für sich und seine Familie zu bestreiten.

Staatsanwalt Christopher Sievers legte ihm neun Fälle von März bis Juni 2011 zur Last. Tatorte waren demnach unter anderem Henstedt-Ulzburg und Hamburg. Laut Anklage war der 36-Jährige Initiator des großangelegten Betrugs. Mehrere Mittäter sind laut Staatsanwaltschaft bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Der Geschäftsmann mietete oder leaste unter falscher Identität Luxusautos, um sie dann verschwinden zu lassen. Zudem orderte er 475 Tonnen Betonstahl im Wert von mehr als 200.000 Euro, die er ebenfalls nicht bezahlt haben soll.

Seine gleichaltrige Frau soll in vier Fällen von 2012 bis 2014 das Geld in kleinen Beträgen auf ihr Konto eingezahlt haben. Um sich ein Darlehen für den Kauf eines Grundstücks zu erschleichen, fälschte sie laut Anklage Unterlagen und Urkunden. Das Paar flog auf, weil sich Anzeigen geschädigter Lieferanten häuften. Gegen den 36-Jährigen werde auch in anderen Bundesländern ermittelt, sagte der Ankläger. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Sein Verteidiger deutete ein Geständnis mit der Nennung von Hintermännern für den Fall an, dass es zu einem Deal kommt. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen