Ehefrau vergewaltigt? Prozess neu aufgerollt

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13. November 2013, 06:58 Uhr

Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten gegen das Urteil des Rendsburger Amtsgerichts Berufung eingelegt – das Verfahren gegen Wladimir P. (Name geändert) aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde wird neu aufgerollt. Er war am 2. Mai dieses Jahres zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Außerdem sollte er seiner Ehefrau ein Schmerzensgeld in Höhe von 15 000 Euro zahlen. Der 38-Jährige soll die Frau mehrfach vergewaltigt und misshandelt haben. Dafür muss sich der Handwerker seit gestern erneut verantworten – vor dem Kieler Landgericht. Der Verteidiger strebt einen Freispruch an. Der Angeklagte äußerte sich gestern nicht zu den Vorwürfen. Seine Frau sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Im bisherigen Verfahren am Rendsburger Amtsgericht ging es um Vergewaltigung in drei Fällen sowie vorsätzliche Körperverletzung in vier Fällen. Die Taten sollen in einem Zeitraum von mehreren Monaten vor zwei Jahren im Einfamilienhaus passiert sein, das Wladimir P. und seine Frau Katja (Name geändert) mit dem gemeinsamen kleinen Sohn damals bewohnten.

Das Rendsburger Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass Wladimir P. seine Frau ab Mai 2011 zunehmend bedrängte, da sie „keine Lust mehr auf Sex mit ihm hatte“. Obwohl sie sich mit Händen und Füßen wehrte, habe er sie missbraucht. Demnach hielt der Angeklagte seine Ehefrau so stark an den Handgelenken fest, dass diese blaue Flecken davontrug. Bei einem anderen Vorfall soll ein Bademantel über ihr Gesicht gerutscht sein, so dass sie keine Luft bekam. Gewalttätig wurde Wladimir P. dem Gericht zufolge auch. Er schlug den Kopf seiner Frau gegen die Wand, schlug ihr offenbar so stark auf den Brustkorb, dass sie unter Herzrasen litt. Seiner Noch-Ehefrau, die als Nebenklägerin auftritt, soll er einen Grund für eine Vergewaltigung genannt haben: Sie habe sich in einen anderen Mann verliebt.

Der Prozess wird am 18. November fortgesetzt.

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