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Kiel : Dutzende Autos angezündet: Mehrere Jahre Haft für Einbrecher-Trio

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Bei ihren Taten hinterließen sie eine Spur der Verwüstung: Autos brennen aus - ein Einfamilienhaus wird unbewohnbar. Nun muss ein Trio aus Kiel ins Gefängnis.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2016 | 14:22 Uhr

Kiel | Ein Einbrecher-Trio, das in Kiel und Umgebung reihenweise Autos anzündete und ein Einfamilienhaus verwüstete, muss mehrere Jahre in Haft. Das Kieler Landgericht verurteilte am Mittwoch zwei 27-jährige Angeklagten wegen schweren Bandendiebstahls in 14 Fällen sowie weiterer Delikte zu Gesamtstrafen von sechs Jahren und drei Monaten sowie viereinhalb Jahren Gefängnis. Die Ehefrau eines Täters muss drei Jahre und fünf Monate verbüßen. Ihr wurde unter anderem schwerer Bandendiebstahl in zwölf Fällen zur Last gelegt.

Dabei war sie zwar nicht vor Ort, aber sie unterstützte die Taten umfangreich, wie die Vorsitzende Richterin sagte. Das einschlägig vorbestrafte Trio hatte laut Urteil zwischen Oktober 2014 und Januar 2015 in Kiel und Umgebung zugeschlagen und war dabei auch mehrfach in dieselben Objekte eingebrochen: eine Auto-Waschanlage, ein Kiosk in Laboe sowie ein Supermarkt. In der Waschstraße rissen sie beim ersten Mal den Tresor aus der Verankerung und warfen ihn dann leergeräumt in die Ostsee. Hier erbeuteten sie laut Urteil rund 15.000 Euro. Zur Beute gehörten außer Bargeld Tabakwaren, Alkohol, Mordeschmuck und Rubbellose. 

Die meisten der rund 40 angeklagten Taten konnten nur aufgeklärt werden, weil einer der Männer nach der Festnahme im Januar 2015 auspackte. Seither saß das Trio in Untersuchungshaft. Die Einbruchsserie startete kurz nachdem ein Angeklagter auf Bewährung aus dem Gefängnis freikam und bei dem Ehepaar Unterschlupf fand. 

Laut Anklage zerstörten die Männer bei ihren Einbrüchen wahllos Inventar, verschütteten Öl und Soßen, zerschlugen Kaffeekannen und Vasen, rissen Türen aus Autos und entleerten einen Feuerlöscher im Innenraum. Weitere Autos brannten, um einen Versicherungsbetrug für einen Bekannten zu kaschieren. 

Besonders übel spielten die Angeklagten einem Gemüsehändler aus Kiel mit. Ihm hatten sie vor dessen Einfamilienhaus aufgelauert, weil sie dort Bargeld und Wertsachen für rund 200.000 Euro vermuteten. Kabelbinder, Handschellen, Klebeband und Sturmhauben brachten sie mit. Als der Mann nicht kam, wüteten sie im Haus wie Vandalen. Schließlich  musste die Feuerwehr anrücken, um das überflutete Erdgeschoss leer zu pumpen. Der Eigner leidet noch heute unter den Folgen und kehrte bisher nicht in sein Haus zurück, wie die Vorsitzende Richterin sagte. 

Das Gericht folgte einem Gutachten, das eine verminderte Schuldfähigkeit der Angeklagten unter anderem wegen Alkoholsucht nicht ausschloss. Deswegen verfügte das Gericht auch einen Entzug. Im Prozess gestanden alle Angeklagten weitgehend. Dadurch wurde eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwalt und Verteidigern über einen maximalen Strafrahmen möglich.  

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