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Öko-Design : Duftende Sprotten und wilde Gewächse

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nachhaltiges Design aus Kiel: Teilnehmer und Preisträger des Stadtwerke-Umweltpreises zeigen jetzt in der IHK ihre Produkte.

Wer hätte gedacht, dass man sich mit Kieler Sprotten die Hände waschen kann? Sie riechen dann übrigens nicht nach Ostsee, sondern zitronig frisch. Die Idee dazu hatten Christine Gribat und Matthias Polzer, die die Seifensprotten in den „Drachensee“-Werkstätten von Mitarbeitern mit Behinderungen in Handarbeit fertigen lassen. Die meerblauen und bernsteinfarbenen Fischköppe bestehen aus Glycerin, Honig und einer Belugalinse als Auge. Sie unterstützen zudem ein Meeres-Projekt des BUND.

Die Modelle von „Pyua“ spielen – auch preislich – in einer anderen Liga. Ausgerechnet im flachen Norden haben Kieler Jungunternehmer der Firma Sportsman’s Delight hochwertige Outdoor- und Skibekleidung entwickelt. Der Clou: Die Jacken und Hosen bestehen aus recyceltem Polyester. Ein Teil kann schon mal mit 400 bis 500 Euro zu Buche schlagen. Was beide Kreationen gemeinsam haben? Sie sind nachhaltig, sie kommen aus Kiel und haben die Jury des aktuellen Stadtwerke-Umweltpreises begeistert. Pyua hat im vergangenen Dezember den 1. Platz belegt. Seit 1992 gibt es den Preis, mit dem Landeshauptstadt und Stadtwerke jährlich besonderes Umwelt-Engagement und nachahmenswerte Projekte auszeichnen. 16 Bewerber reichten ihre Vorschläge ein. Zwölf von ihnen präsentieren bis zum 25. Februar in der Merkur-Galerie der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel die eingereichten Entwürfe.

Von Möbelstücken aus Knickholz über filigran bemalte Steine bis zum Beobachtungsglas für den Bienenstock: Die Facetten nachhaltigen Designs sind erstaunlich. Das betonte auch der grüne Bürgermeister Peter Todeskino bei der Ausstellungseröffnung anerkennend. Kriterien waren der umweltbewusste Ansatz, aber auch gutes Aussehen. Angetan war die Jury daher auch vom Projekt „Gute Karten“ der Starthilfe Kiel: Aus alten Schullandkarten fertigen psychisch behinderte Mitarbeiter neue Produkte – CD-Hüllen, Mäppchen, Lesezeichen. Wegen der „sozialen Nachwirkung“ seien die Bewerber mit dem 3. Platz ausgezeichnet worden, so Todeskino. Zweitplatzierte sind übrigens die Erfinder des „Scuddy“ – eines faltbaren Elektro-Rollers, der als ökonomisch, ökologisch und effizient überzeugte.

Wild & Knackig hat zwar keinen Preis gewonnen, dafür aber die Sympathien: Kommunikationsdesign-Studenten der Muthesius Kunsthochschule haben im Innenhof des neuen Gebäudes Hochbeete angelegt und essbare Pflanzen angebaut.

Ums Essen geht es auch bei Boris Abdul-Salam aus Kiel. Er hat Taschen entwickelt, in denen man in speziellen Gläschen Kräuter und Gewürze tramsportieren kann – etwa aufs Segelboot. Maritim sind auch seine Teelichthalter aus ganz besonderem behandelten Eichenholz: Sie waren früher mal Teil von Schiffsanlegern an der Kieler Förde. Und wären sonst ein Fall für den Sondermüll.


Die Ausstellung „Nachhaltiges Design aus Kiel“ ist zu besichtigen montags bis donnerstags 8 bis 17 Uhr, Freitags bis 15.30 Uhr, Eintritt frei. Am Mittwoch, 11. Februar (18 Uhr) hält Architekt Harald Krüger, einer der Bewerber, einen Vortrag zu dem Thema „Zukunft, Wohnen, Leben, Arbeiten – kreative und nachhaltige Stadtentwicklung”.

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erstellt am 07.Feb.2015 | 05:49 Uhr

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