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Dreister Rollstuhlfahrer kann nicht bestraft werden – vorerst

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein sprachbehinderter Rollstuhlfahrer sucht sich gezielt an öffentlichen Plätzen junge Frauen aus, bittet sie, ihm beim Gang auf die Toilette behilflich zu sein. Doch was der 43-Jährige dann macht, haben die Frauen nicht erwartet: Er braucht gar keine Hilfe, sondern nutzt ihre Gutmütigkeit aus, um seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Das Problem: Um bestraft werden zu können, muss der Tatbestand der sexuellen Nötigung erfüllt sein. Michael Bimler, Sprecher der Staatsanwaltschaft, erklärt: „Eine Sexualtat an sich reicht allein nicht aus. Sie muss in Verbindung mit Gewalt, einer Drohung gegen das eigene Leben ausgeführt oder aber das Opfer muss dem Täter schutzlos ausgeliefert sein.“

Laut bisherigem Ermittlungsstand sei dies nach seiner Erkenntis nicht der Fall. Bimler: „Er weiß genau, was er macht, wie weit er gehen darf.“ Sich mit einer Täuschung sexuelle Handlungen zu erschleichen, habe das Gesetz nicht unter Strafe gestellt. Bei Polizei und Staatsanwaltschaft ist der Mann als „Intensivtäter im erwachsenen Bereich“ seit langem bekannt.

Nach der Veröffentlichung des Falls der 21-Jährigen Studentin vergangene Woche meldeten sich zwölf weitere Frauen, wie die Polizei mitteilte, sechs von ihnen erstatteten Anzeige, sechs gaben weitere Hinweise.

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erstellt am 04.Feb.2014 | 04:46 Uhr

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