Landgericht Kiel : Dreieinhalb Jahre Haft für den Serienbetrüger

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Schnelles Urteil im Verfahren gegen einen 39-jährigen Serienbetrüger: Das Landgericht verurteilte den Mann, der Kunden bei Internetverkäufen übers Ohr gehauen hatte, zu drei Jahren und sechs Monaten Haft.

shz.de von
22. November 2018, 19:34 Uhr

Dem Urteil vorausgegangen war eine Verständigung zwischen Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Das Geständnis des Angeklagten machte die langwierige Beweisaufnahme mit Zeugenvernehmungen in über 200 Fällen überflüssig. In das aktuelle Urteil flossen jetzt 38 Taten ein.

In den Vorjahren hatten Amtsgerichte in Neumünster und Pinneberg bereits Haftstrafen auf Bewährung ausgesprochen. Da der 39-Jährige mit den neuen Taten gegen die Auflagen verstoßen hat, „wird er wohl lange Zeit in Haft bleiben“, befürchtet sein Verteidiger. Der 39-Jährige sitzt bereits seit sieben Monaten in U-Haft. Eine zwischenzeitliche Haftverschonung, wie sie die Verteidigung ins Gespräch brachte, wurde abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft hatte mit Verweis auf die ständigen wechselnden Wohnorte des Angeklagten (als er noch in Freiheit war) von Fluchtgefahr gesprochen.

Das Gericht verordnete neben der Haftstrafe die Einziehung von exakt 62 955,34 Euro. Diese Summe entspricht dem Schaden aus den 38 erwähnten Taten. Mit dem Geld – falls es sich beim Angeklagten überhaupt auftreiben lässt – könnten die Kunden entschädigt werden.

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