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Entscheidung Ende März : Drei Ostseestädte kämpfen um Olympia

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die „Sailing City“ Kiel sieht sich für die Auseinandersetzung mit Lübeck und Rostock um die Ausrichtung der olympischen Segelwettbewerbe bestens gerüstet.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 06:03 Uhr

Hamburg oder Berlin? Die Entscheidung, mit welcher Stadt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ins Rennen um die Spiele 2024 geht, wird auch und vor allem an der Ostsee mit großer Spannung erwartet. Mit Kiel, Lübeck und Rostock buhlen drei anerkannte Regattastandorte um die Segelwettbewerbe.

Schleswig-Holsteins LSV-Präsident Hans-Jakob Tiessen hält sich noch bedeckt, ob er die Olympischen Ringe lieber in Lübeck oder in Kiel sehen würde. „Wir müssen uns erst einmal alle für Hamburg stark machen. Alles weitere sehen wir dann“, so der Präsident des Sportverbands. Der deutsche Bewerber wird offiziell am 21. März verkündet.

Ob Hamburg tatsächlich, wie gestern Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Kati Witt sagte, zurzeit die Nase leicht vorn hat, dürfte sich schon kommende Woche zeigen – dann wird bekannt gegeben, wie die Bürgerumfrage in den beiden deutschen Metropolen ausgefallen ist. DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat stets betont, dass der Bürgerwille ein entscheidendes Kriterium dafür sei, mit welcher Stadt man ins Olympia-Rennen gehen werde.

Kiel legt sich schon seit Wochen mächtig ins Zeug und ist auf jeden Fall bereit für Olympia. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer strotzt denn auch vor Zuversicht. „Ich bin sehr optimistisch, dass Kiel Teil der deutschen Bewerbung wird. Wer, wenn nicht die Stadt, die jährlich mit der Kieler Woche die weltgrößte Segelveranstaltung organisiert, sollte Olympia können?“

Was spricht für die Standorte?

KIEL: Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt nennt sich nicht umsonst „Sailing City“. „Die unbestreitbare Qualität des Segelstandorts mit hohem internationalen Ansehen und die große Begeisterung der Kieler gehören zu unseren wichtigsten Argumenten“, sagt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (Foto). Zudem gebe es große Unterstützung durch deutsche Segler. „Wenn die Segler entscheiden würden, wäre Kiel ihre Wahl“, betont Kämpfer. Die Fördestadt hat außerdem Erfahrung mit olympischen Segelregatten. 1936 und 1972 wurden diese Wettkämpfe hier ausgetragen.

LÜBECK: „Lübeck-Travemünde bietet optimale Bedingungen für olympisches Segeln, denn die komplette Segelinfrastruktur ist durch die Travemünder Woche bereits vorhanden“, sagt der persönliche Referent von Bürgermeister Bernd Saxe, Oliver Groth. Im Vergleich zur Travemünder Woche mit rund 1000 Booten und bis zu 3000 Aktiven seien olympische Segelwettbewerbe mit 300 Booten und rund 6000 Seglern geradezu ein Klacks. Die wirtschaftliche Nachnutzung der Anlagen sei schon heute geklärt. Als Beispiel nannte er das privat finanzierte Feriendorf auf dem Priwall, das als olympisches Dorf genutzt werden könnte.  

ROSTOCK: Olympische Segelwettbewerbe auf der Ostsee vor Warnemünde sind einer Machbarkeitsstudie zufolge gut zu realisieren. Die Wettbewerbe könnten mehrere Kilometer westlich und östlich der Hafenzufahrt ausgetragen werden, das ermöglicht kurze Wege und gute Bedingungen auch für Zuschauer. „Durch die großen, alljährlich stattfindenden Segelsportereignisse sind wir gut auf Olympia vorbereiten“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling. Von Vorteil seien auch die Erfahrungen aus den Bewerbungen um Olympia 2000 und 2012.

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