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Drei Kandidaten und das Thema Inklusion

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Detlef Hackethal, Ulf Kämpfer und Stefan Kruber diskutierten mit Menschen mit Behinderung

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2014 | 06:13 Uhr

Erstmalig vor einer Wahl lud die Stiftung Drachensee am Donnerstagabend unter dem Motto „Teilhabe in Kiel – Wunsch oder Wirklichkeit?“ als Veranstalterin zur politischen Diskussion. In zwei lebhaften Stunden erklärten die drei Oberbürgermeister-Kandidaten Detlef Hackethal (Einzelbewerber), Stefan Kruber (CDU) und Ulf Kämpfer (SPD, Grüne, SSW) rund 200 Zuschauern ihre Einstellung zu dem Thema und stellten sich den Fragen der Menschen mit Behinderung.

Eine frühe Zwischenfrage aus dem Publikum, was Inklusion denn bedeute, war gleichzeitig so allgemein wie nur möglich gestellt, brachte das Ziel der Veranstaltung aber auf den Punkt: Die Kandidaten sollten ihr Verständnis den Betroffenen darlegen.

Für Stefan Kruber lautet das Ziel, „ungeachtet aller Verschiedenheiten eine Gesellschaft haben zu wollen, in der jeder in seiner Verschiedenheit angenommen wird.“ Dafür müssten die Dinge beseitigt werden, die behindern. Barrieren sollen abgebaut, die Gesellschaft geöffnet und Gemeinsamkeiten entwickelt werden. Ulf Kämpfer sprach von einem Drang der Menschen mit Behinderung nach einem normalen Leben. „Während Integration voraussetzt, dass sich die Kleinen anstrengen und anpassen müssen, um bei den Großen mitzumachen, hebt Inklusion diese Trennung auf. Wir sitzen alle vom ersten Tag an im gleichen Boot“, so Kämpfer. Auch Detlef Hackethal betonte, dass alle Menschen von Anfang an die gleichen Rechte haben sollten.

Als sich die Kandidaten den Fragen von Friedrich Rabe (Werkstattrat), Thomas Schirwing (Wohnbeirat) und Christa Gehl (Angehörigenbeirat) stellten, wurde es konkret. Während Hackethal die Löhne für die Werkstattarbeiter als „skandalös“ bezeichnete, sprachen Kämpfer und Kruber von einem symbolischen Wert, der „über das reine Entgelt hinausgehe“, so Kruber. Kämpfer betonte, dass es allerdings zur Normalität im Sinne der Inklusion dazugehöre, dass es einen gewissen Leistungsgedanken und Differenzierung gibt.

Teilhabe im besten Sinne leistete die Veranstaltung, als die Fragen der Menschen mit Behinderung nicht mehr auf Inklusion abzielten, sondern auf aktuelle Fragen der Stadtentwicklung. So erklärten die drei Bewerber ihre Haltung etwa zu Möbel Kraft.

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