Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung : Drei Jahre Haft für Bauunternehmer aus Neumünster

Das Landgericht Kiel hat entschieden: Wenn das Opfer eines Bankbetrugs diesen nicht selbst verschuldet hat, muss die Bank den Schaden ersetzen. Besitz
Die Verteidigung hat ankündigt, in Revision zu gehen.

Das Kieler Landgericht hat den Mann in 67 Fällen für schuldig befunden.

shz.de von
29. August 2018, 15:27 Uhr

Kiel | Der frühere Geschäftsführer einer Baufirma aus Neumünster ist wegen Betrugs der Sozialkassen, Lohnsteuerhinterziehung und Schwarzarbeit zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Kieler Landgericht sprach den Mann am Mittwoch in 67 Fällen schuldig. Der 53-Jährige richtete demnach von 2007 bis Februar 2012 durch Schwarzlöhne einen Schaden von mindestens 686.000 Euro an, wie der Vorsitzende Richter sagte.

Die Kammer folgte mit ihrem Urteil dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft. Die Anklage umfasste ursprünglich 171 Fälle mit einem Schaden in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Im Zuge der Beweisaufnahme wurden aber etliche Fälle eingestellt.

Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt und kündigte umgehend Revision an. Der Angeklagte – er ist Vater von drei Kindern – hatte sich auch in seinem Schlusswort als unschuldig bezeichnet. Seine Firma und die seines Sohnes mussten Insolvenz anmelden.

Zentrale Frage der Hauptverhandlung sei gewesen, ob der Angeklagte selbst als Arbeitgeber auf den Baustellen tätig war oder Subunternehmen verantwortlich waren, sagte der Vorsitzende Richter.

Für die Kammer stehe nach der Beweisaufnahme fest, dass die Arbeiten nicht von Service-Gesellschaften ausgeführt wurden, sondern durch das Unternehmen des Angeklagten. Er sei verantwortlich gewesen und habe dies über Scheinfirmen verschleiert.

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