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Drei Container gegen die Winterkälte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Damit Obdachlose nicht erfrieren müssen: In Kiel gibt es beheizte Not-Unterkünfte / Zehn neue EU-Bürger werden dort geduldet

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 07:05 Uhr

Seit Anfang der Woche ist es in Kiel eisig kalt. Anlass für die Stadtverwaltung, auf das Winter-Hilfsangebot für Obdachlose hinzuweisen. So bieten drei beheizte Schutz-Container mit Stromversorgung und Toilette bis zu 18 Menschen und deren Isomatten Platz, um nachts nicht im Freien schlafen zu müssen. Das Angebot besteht seit Ende Oktober und bis ins Frühjahr hinein.

Die Plätze werden aktuell genutzt. In einem Container kommen regelmäßig zwei bis drei Männer ohne Obdach unter, erklärte Manfred Wagner, Leiter des Amtes für Wohnen und Grundsicherung, gestern. Die anderen beiden Container seien von etwa zehn „neuen EU-Bürgern besetzt“, hieß es. Das seien Slowaken oder auch Bulgaren. Mit denen waren vor einem Jahr Konflikte um die warmen Schlafplätze ausgebrochen (wir berichteten). Sie gelten der Stadt zufolge aber ebenso als Obdachlose, wenn sie keine Unterkunft finden. Sie werden in den zwei Containern geduldet, „so lange es keine Unruhe oder Streit gibt“, erläutert Arne Leisner, Abteilungsleiter im selben Amt. „Wir kontrollieren nicht, wer sich in den Containern aufhält.“ Wichtig sei doch, dass niemand in Kiel erfrieren müsse.

Michael Schmitz-Sierck von der Stadtmission bekräftigt: „Die Stammbelegschaft derer, die ‚Platte‘ machen, hat sich in den letzten Jahren reichlich ausgedünnt.“ Er gehe von zurzeit acht bis zehn bekannten Kielern aus, die ohne Obdach leben. Manche zögen es vor, auch bei Minusgraden draußen zu übernachten. Auch für diesen Zweck wurden zwanzig winterfeste Schlafsäcke angeschafft, die der Stadt zufolge alle angenommen wurden.

Landeshauptstadt und Evangelische Stadtmission in Kiel teilen sich die Aufgabe des Winternotprogramms seit gut 30 Jahren. Der Ort der Unterkunft wird geheim gehalten, weil es vor einigen Jahren Übergriffe auf die Container gegeben hat. Sie sind täglich von 16 bis 8 Uhr morgens geöffnet, am Wochenende und bei Dauerfrost ganztägig. Bei Bedarf können weitere aufgestellt werden. Bürgermeister Peter Todeskino ruft die Kieler dazu auf, auf besonders gefährdete Menschen zu achten und – wenn nötig – auf das Angebot aufmerksam zu machen. Schließlich bräuchten einige auch erst einen „Schubs“, um in den Unterschlupf zu gehen.


Auskünfte erteilen die Stadtmission und das Amt für Wohnen und Grundsicherung, Arne Leisner unter 0431/901-3660 sowie bei Bedarf auch die Polizei.


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