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Pferdehof in Haale : Doppelmord-Prozess: Gericht hört weitere Zeugen

vom

Zwei Frauen starben auf ihrem Pferdehof. Der Angeklagte schweigt. Die Rekonstrukrion des Verbrechens ist schwierig.

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2015 | 13:18 Uhr

Kiel | Mit der Vernehmung weiterer Zeugen hat das Kieler Landgericht am Montag den Prozess um den Doppelmord an zwei Frauen auf einem Pferdehof in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) fortgesetzt.

Wegen des Doppelmordes an der 57-jährigen Hofbesitzerin und ihrer 83 Jahre alten Mutter muss sich ein hochverschuldeter 29-jähriger Kfz-Mechatroniker verantworten. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Er soll die Frauen im Streit um 7900 Euro für einen bezahlten, aber von ihm nicht gelieferten Transporter getötet haben.

Der 50-jährige Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr schilderte am Montag vor Gericht, wie er eine der brennenden Leichen in einem Pferdestall entdeckte. Er habe die Stalltür aufgezogen. Gleich dahinter habe die Leiche gelegen, sagte der Mann. Den Leichnam habe er mit Wasser aus einer nahestehenden Gießkanne gelöscht. Auch der Autofahrer, der den Brandalarm auslöste, ist geladen. Am Dienstag soll auch die beste Freundin der ermordeten 57-jährigen Hofbesitzerin aussagen.

Unterdessen schweigt der Angeklagte vor Gericht. Da sich die Anklage nur auf Indizien stützt, will das Gericht mit Hilfe der Aussagen den möglichen Tatablauf rekonstruieren sowie Einblicke in das Leben der Toten und ihr Verhältnis zum Angeklagten gewinnen. Der Mann bestreitet die Tat. Er erschoss laut Anklage zuerst die 57-jährige. Dann durchtrennte er laut Anklage der hinzueilenden 83-jährigen Mutter die Kehle und erschoss sie ebenfalls. Anschließend soll er die Leichen mit Stroh und Benzin überschüttet und angezündet haben. Die Verteidiger wollen einen Freispruch erreichen.

Der Mann hatte vor der Polizei eingeräumt, noch kurz vor der Tat auf dem Hof gewesen zu sein, um einen Anhänger zu reparieren. Beide Frauen hätten aber noch gelebt, als er wegfuhr. Er bestätigte auch, dass er knapp 8000 Euro für einen Gebrauchtwagen erhalten habe. Der Verkauf sei aber an angeblich immer neuen Wünschen der Frauen gescheitert. 2500 Euro will er bereits zurückgezahlt haben. Eine Quittung dafür konnte er aber nicht vorlegen.

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