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Landgericht Kiel : Doppelmord in Haale: Genauer Tathergang bleibt unklar

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Wie genau kamen die Frauen ums Leben? Eine Rechtsmedizinerin verliest am Freitag das Gutachten im Landgericht Kiel.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2015 | 17:21 Uhr

Kiel | Im Prozess um den Doppelmord an zwei Frauen auf einem Pferdehof in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) bleiben der genaue Tathergang und die grausigen Todesumstände im Dunkeln.

Nach der Aussage einer Fachärztin zu den Todesursachen stellte der Vorsitzende des Kieler Schwurgerichts am Freitag fest: „Wir wissen dazu gar nichts, was da vorgefallen ist“. In dem nur auf Indizien gestützten Prozess müsse das Landgericht „aus den Details zusammentragen, wie es gewesen sein könnte“.

Laut Anklage wurden die beiden Frauen im Streit um die Rückzahlung von 7900 Euro für einen bereits gezahlten, aber nicht gelieferten Transporter kaltblütig und hinterrücks erschossen.

Der 29-jährige Angeklagte wirkte bei den Schilderungen der Rechtsmedizinerin wie an den fünf Verhandlungstagen zuvor in sich gekehrt und unbeteiligt. Die Kinder - zugleich Enkelkinder - der beiden Toten verließen geschockt den Saal.

Es habe überall Blutspuren gegeben, sagte die Rechtsmedizinerin. Die Leichen der 57-jährigen Hofbesitzerin und ihrer 83-jährigen Mutter waren demnach stark verkohlt und rochen stark nach Benzin. Der mutmaßliche Täter soll die Frauen mit Treibstoff überschüttet und angezündet haben. Beide Leichen wurden bereits wenig später gefunden, weil ein Autofahrer das Feuer bemerkte.

Der 57-Jährigen sei zuerst in den Rücken geschossen worden, sagte die Gerichtsmedizinerin. Doch erst die zweite Kugel durch den Hals sei dann tödlich gewesen. Die Mutter, die wegen der Schüsse hinzueilte, habe der mutmaßliche Täter von hinten überrascht. Er habe ihr die Kehle durchgeschnitten und noch in den Kopf geschossen.

In dem Verfahren muss sich ein 29 Jahre alter Automechaniker verantworten. Laut Anklage tötete er die 57 Jahre alte Hofbesitzerin und deren 83 Jahre alte Mutter kaltblütig und hinterrücks im Streit um 7900 Euro - für einen bereits bezahlten, von ihm aber nicht gelieferten Gebraucht-Transporter. Der Angeklagte schweigt seit Prozessbeginn. Der Staatsanwalt stützt sich bei der Mordanklage auf ein Netz von Indizien. Die Verteidiger wollen einen Freispruch erreichen.

Der Prozess wird am kommenden Montag mit DNA-Gutachten fortgesetzt. Das Urteil wird im Dezember erwartet.

 

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