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Kieler Landgericht : Doppelmord in Haale: Angeklagter soll Frauen kaltblütig getötet haben

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Er war völlig überschuldet und sollte den Opfern rund 8000 Euro zurückzahlen. Deshalb soll ein 29-Jähriger zwei Frauen besonders brutal ermordet haben.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 10:26 Uhr

Haale/Kiel | Er soll aus Habgier, mit Heimtücke und zur Verdeckung einer Straftat getötet haben. Selten muss sich ein Angeklagter wegen gleich drei Mordmerkmalen verantworten: Am Mittwoch steht der Kfz-Mechaniker Dennis N. (29) aus Beringstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) vor dem Kieler Landgericht. Er soll den Doppelmord auf einem Pferde-Gnadenhof in Haale begangen haben.

Der Fall sorgte im November 2014 für Entsetzen. Feuerwehrmänner hatten die Leichen von Regina F. (57) und ihrer Mutter, Inge S. (83), entdeckt. Wenige Tage später überwältigten SEK-Beamte den Kfz-Mechaniker. Laut Staatsanwaltschaft war Streit um Geld das Motiv. Regina F. soll knapp 8000 Euro für einen VW-Bus bezahlt haben, den der Angeklagte liefern wollte.

Oberstaatsanwältin Birgit Heß: „Der Beschuldigte konnte den Wagen wegen finanzieller Probleme nicht beschaffen. Er war auch nicht in der Lage, das Geld zurückzuzahlen.“ Im Streit soll Dennis N. zunächst die Tochter erschossen und dann der Mutter die Kehle durchtrennt und auch sie erschossen haben. Sie kam wegen der Schüsse in den Stall gelaufen.

Um das Verbrechen zu vertuschen, soll er die Opfer mit Benzin übergossen und einen Strohballen angezündet haben. Dennis N. bestreitet den Doppelmord, die Tatwaffen wurden nicht gefunden. Für den Indizienprozess sind zwölf Verhandlungstage angesetzt, 30 Zeugen und zwei Sachverständige sollen gehört werden. Nebenkläger sind die beiden Kinder von Regina F.

Den mutmaßlichen Täter nahmen eine Woche später Spezialkräfte der Polizei im knapp zehn Kilometer entfernten Beringstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) fest. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Das Verbrechen hatte eine ganze Region aufgewühlt. Die beiden Frauen lebten seit 1998 auf dem Resthof, zu dem Wohnhaus, Stall, Scheune und Koppeln gehören. Sie betrieben dort nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine kleine Pferdezucht.

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