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Abzug der Baukolonnen : Die Zufahrt ist endlich wieder frei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Gewerbegebiet an der Stormarnstraße herrscht allgemeine Erleichterung: Nach 20 Monaten rücken die Baukolonnen ab, sämtliche Absperrungen und Bauschilder sind verschwunden. Wege, Straßen und die erneuerten Versorgungsleitungen sollen für die nächsten Jahrzehnte halten.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2016 | 19:37 Uhr

Die lange Liste der Baustellen in der Landeshauptstadt ist um einen Eintrag geschrumpft. Gestern wurde im Gewerbegebiet an der Stormarnstraße die letzte Bedarfsampel abgeschaltet, wurde die Einfahrt von der Alten Lübecker Chaussee wieder freigegeben. Die umfangreichen Arbeiten hatten im Frühjahr 2015 begonnen und sollten eigentlich nur ein Jahr dauern.

Doch ein unerwarteter Giftfund verursachte eine gut sechsmonatige Verzögerung. Im Boden wurde Naphthalin entdeckt. Dieser gefährliche Stoff entsteht etwa bei der Teerproduktion, er wurde früher beispielsweise im Petroleum verwendet, war aber auch Bestandteil der Mottenkugeln. Heute wird Naphthalin vor allem bei der Produktion von Farben und Lacken benutzt. Der Stoff gilt als krebserregend, weshalb beim Fund im Sommer 2015 im Tiefbauamt sämtliche Alarmglocken anschlugen.

Atemschutz gehörte fortan zur Ausrüstung der Tiefbauarbeiter, die zudem unter ärztlicher Aufsicht standen und stehen. Nicht weniger als 12  000 Kubikmeter Erde mussten abtransportiert und sicher deponiert werden, wie René Mittelstädt als zuständiger Bauleiter erklärte. Allein die Naphthalin-Entsorgung verteuerte die Kosten des Projektes von 2,9 auf 4,5 Millionen Euro.

Im Gewerbegebiet wurden sämtliche Versorgungsleitungen erneuert, das soll nach Auskunft der Experten für die nächsten 60 oder 80 Jahre halten. Die vormals recht holprigen Straßen erhielten neue Gehwege und natürlich auch ein neues Pflaster, dem eine Lebensdauer von 25 Jahren prognostiziert wird.

Seit gestern ist die Einfahrt von der Alten Lübecker Chaussee wieder möglich. Gemeinsam räumten René Mittelstädt, Tiefbauamtsleiter Peter Bender sowie Baudezernent und Bürgermeister Peter Todeskino die letzten Gitter und Verbotsschilder von der Straße.

Die Inhaber der Handelsgeschäfte haben die Öffnung sehnsüchtig erwartet. Stephan Senff etwa musste für seinen Getränkemarkt nach eigenen Angaben einen Umsatzrückgang von 20 Prozent während der Bauzeit verbuchen. Er hofft wie seine Nachbarn darauf, dass die Durststrecke jetzt überwunden ist und wieder mehr Kunden den Weg ins Gewerbegebiet an der Stormarnstraße finden.  

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