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Gewerbeflächen : Die Wirtschafts-Region rückt zusammen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erstes Konzept für gemeinsame Entwicklung von Gewerbeflächen vorgestellt: Kiel, Neumünster, Rendsburg-Eckernförde und Plön wollen stärker kooperieren.

Weg vom Konkurrenzdenken, hin zum „Gemeinsam sind wir stark“-Gefühl: Die Kiel Region rückt in wirtschaftlicher Hinsicht stärker zusammen. Gewerbeflächen sollen gemeinsam entwickelt und auf Messen vermarktet werden.

Die Städte Kiel und Neumünster sowie die angrenzenden Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön betonen, dass ein „Kirchturmdenken“ bis zur eigenen Stadt- oder Kreisgrenze sie nicht mehr weiter bringt, wenn sie bundesweit sichtbar sein, Investoren in den Norden locken und dort auch halten wollen. Als Wirtschaftsregion wollen sie mit mehr Schlagkraft auftreten.

Es geht um die Einnahme von Gewerbesteuern, aber auch das Schaffen von Arbeitsplätzen: Gemeinsam haben Vertreter der Städte und Kreise – Wirtschaftsförderer und Raumplaner – jetzt nach zwei Jahren im Planungsdialog das erste Konzept zur Entwicklung von Gewerbeflächen vorgestellt. Es stellt für die beteiligten beiden Städte und Landkreise nicht nur eine Bestandsaufnahme dar, sondern auch einen Ausblick auf den Bedarf bis zum Jahr 2030. So hält das mit der Analyse beauftragte Büro Ernst Basler + Partner etwa fest, dass die Wirtschaft in der Region „insgesamt gut aufgestellt ist“, wie Stephan Kathke berichtete. Das belegten der Beschäftigungsaufbau und die anhaltende Gewerbeflächennachfrage – eine Herausforderung für die Landeshauptstadt, die in den nächsten Jahren Engpässe an freien Flächen zu erwarten habe, so der Gutachter. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde müsse Potentialflächen erschließen, die Stadt Neumünster sei mit ihren aktuell verfügbaren und möglichen Flächen „gut aufgestellt“. Der Kreis Plön werde dem zu erwartenden Bedarf gerecht, wenn die dort geplanten Flächen erschlossen werden, hieß es.

In der Region werden gut 1350 Hektar Gewerbeflächen genutzt. Der Bedarf bis 2030 wird nach Schätzung der Gutachter bis zu 500 Hektar betragen. Das Büro hat aus insgesamt 117 Gewerbestandorten 13 Premium-Flächen herausgefiltert, die es als überregional bedeutsam einstuft. Kriterien dafür sind mindestens fünf Hektar freie Fläche für die Ansiedlung sowie eine verkehrsgünstige Lage und attraktive Ausstattung.

Für die Stadt Kiel zählen die Gebiete Moorsee, KaiCity, MFG 5, Airpark Holtenau, Wissenschaftspark und Friedrichsort dazu. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde punkten Borgstedtfelde, Rendsburg Port Süd sowie das neue Interkommunale Gewerbegebiet in Melsdorf („Rotenhof“). Neumünster hält mit zwei Flächen des Gewerbeparks Eichhof entlang der A  7 besonders wichtige Standorte vor, auch das Industrie- und Gewerbegebiet Süd nördlich der B  205 wird als solcher angesehen. Im Kreis Plön erhält Preetz Wakendorf den „Premiumstempel“. Nicht alle der auch in der oben gezeigten Grafik benannten Flächen sind bereits entwickelt. Einige befinden sich noch in der Planung – wie das MFG-5-Gelände im Kieler Norden oder der Gewerbepark Eichhof in Neumünster, von dem sich die Planer positive Effekte auf die gesamte Region erhoffen.

Für die Stadt Kiel bedeutet die Kooperation, dass sie Investoren wegen ihres begrenzten Angebots an Flächen an benachbarte Kreise vermitteln kann. Der Chef der Kieler Wirtschaftsförderung, Werner Kässens, steht hinter diesem Ansatz: „Im Wettbewerb der Regionen muss man eine größere Einheit bilden.“ Auch Rendsburg-Eckernfördes Landrat Rolf-Oliver Schwemer lobt: „Gut, dass wir uns in der Planung abstimmen und uns gegenseitig nicht nur Konkurrenz machen.“ Das „Konkurrenzverständnis auflösen“ möchte auch Plöns Landrätin Stephanie Ladwig. Ute Spieler von der Stadt Neumünster betont: „Der Prozess zeigt, dass wir lernfähig sind.“

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erstellt am 16.Nov.2015 | 06:07 Uhr

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