Kieler Bootshafensommer : Die Welt unter einem Dach

Kraftvolle Stimme: Nicole Lunin (11) beim Programm der Deutsch-Russischen Gesellschaft.
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Kraftvolle Stimme: Nicole Lunin (11) beim Programm der Deutsch-Russischen Gesellschaft.

Der Bootshafensommer feiert Bergfest: Veranstalter ziehen positive Bilanz beim Sommerfest der Kieler Auslandsvereine.

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07. August 2018, 06:00 Uhr

Zum zehnten Mal bietet der Kieler Bootshafensommer Musik, Tanz und kulinarische Köstlichkeiten – und in diesem Jahr ein Wetter, das dem Namen „Sommer“ alle Ehre macht. Kein Wunder, dass Lena Wendt, Projektleiterin des Boothafensommers bei Kiel-Marketing, mit dem bisherigen Verlauf mehr als zufrieden ist. „Super, sowohl vom Programm als auch vom Wetter, das der komplette Kontrast zum letzten Jahr ist, wo manche Veranstaltung buchstäblich ins Wasser fiel“, so Wendt. Und auch wenn man sich anfangs nicht sicher war, hat sich das in diesem Jahr ruhiger gestaltete Abendprogramm bewährt und kam beim Publikum an.

Am Sonnabend stand zum fünften Mal im Rahmen des Bootshafensommers das Sommerfest der „Arbeitsgemeinschaft Kieler Auslandsvereine“ (AKA) auf dem Programm. Die AKA besteht seit 44 Jahren, zum 29. Mal feierte sie in diesem Jahr ihr Sommerfest. Wilfried Saust, seit 31 Jahren AKA-Vorsitzender, ist mit dem Veranstaltungsort am Bootshafen mehr als zufrieden, auch wenn er als schönste Zeit die Anfangsjahre auf dem Dach des Sophienhofs nannte. Der Bootshafen hat aber gegenüber dem Kulturforum, wo das Fest in den Jahren zuvor vonstattenging, den Vorteil, dass sich die Vereine einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren können. 16 Organisationen waren in diesem Jahr vertreten.

Die Palette reichte von der „Deutsch-Chinesischen Gesellschaft“ über die „Nigeria Community Kiel“, den „Kamerunischen Studentenverein Kiel“, die „Deutsch-Russische Gesellschaft“ bis zur „Deutsch-Schwedischen Gesellschaft“. Erstmals dabei war Peru. Und noch ein Novum gab es in diesem Jahr: Der Kreisverband Kiel der Europa-Union, dessen Vorsitzender Wilfried Saust auch ist, teilte sich zusammen mit der Amerika-Gesellschaft Schleswig-Holstein ein Pagodenzelt. „Wir wollen damit zeigen, dass es zwischen Europa und Amerika durchaus klappen kann“, so Saust lächelnd.

Neben Musik und Tanz der einzelnen Vereine auf der Bühne konnte der Besucher sich an den Ständen informieren und – nicht ganz unwichtig – landestypische Küchen durchprobieren. Stadtpräsident Hans-Werner Tovar bezeichnete die AKA als einen „verlässlichen Partner der Stadt Kiel“ und nannte als gemeinsames Ziel „den Gedanken der Völkerverständigung aufrechtzuerhalten, ein tolerantes Miteinander zu fördern und gemeinsam gegen Ausländerfeindlichkeit zu kämpfen“.

Neben farbenfroher, multikultureller Vielfalt stand auch wieder eine Ehrung auf der Agenda: Für ihre Verdienste um ein geeintes Europa wurde Gisela Poelke vom Landesvorsitzenden der Europa-Union, Ex-Justizminister Uwe Döring, mit der Europa-Medaille der Europa-Union ausgezeichnet. Die 80-Jährige hatte sich nach der politischen Wende über viele Jahre für Projekte in Estland eingesetzt, die dortige Frauenunion unterstützt und Strukturen, insbesondere hinsichtlich der Frauenarbeit, mit aufgebaut – „alles ehrenamtlich“, wie Döring betonte.

Wer den Bootshafensommer noch nicht besucht hat: An den kommenden drei Wochenenden, jeweils Freitag und Sonnabend, gibt es noch reichlich Gelegenheiten und ebenso reichlich Programm. Infos gibt es unter www.kiel-sailing-city.de.

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