Kleiner Kiel-Kanal : Die Wasserlandschaft wächst

So soll es bald aussehen: Der Kleine Kiel-Kanal soll das Zentrum der Landeshauptstadt kräftig aufwerten und sich in der Konkurrenz um Touristenströme als Trumpfkarte erweisen.  Stadt Kiel
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So soll es bald aussehen: Der Kleine Kiel-Kanal soll das Zentrum der Landeshauptstadt kräftig aufwerten und sich in der Konkurrenz um Touristenströme als Trumpfkarte erweisen. Stadt Kiel

Der Zeitplan wird eingehalten, der Finanzrahmen jedoch gesprengt: Gegenüber der Kalkulation haben sich die Kosten für den Kleinen Kiel-Kanal, der Ende des Jahres freigegeben wird, um die Hälfte erhöht. Aktuell sind es 18,7 Millionen Euro.

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01. März 2019, 18:35 Uhr



Die ersehnten „Wasserspiele“ in der Kieler Innenstadt nehmen langsam Form an. Ende des Jahres soll der „Kleine Kiel-Kanal“ mit seinen beiden Wasserbecken zu bewundern sein. Damit liegt das Prestige-Projekt, das im Herbst 2017 startete, voll im Zeitrahmen. Bei der Finanzierung allerdings wird der Rahmen förmlich gesprengt. Aus ursprünglich 12,5 Millionen Euro sind jetzt 18,7 Millionen geworden. Steigerungsrate in drei Jahren: nahezu 50 Prozent.

Peter Bender, der Leiter des städtischen Tiefbau-Amtes, gestand ein, dass man bei der Kostenberechnung die Unwägbarkeiten wohl zu niedrig angesetzt habe. Der frühere Stadtbaurat Peter Todeskino betrachtete die 12,5 Millionen Euro förmlich in Stein gemeißelt. Dabei waren nur eine Million Euro (nicht mal zehn Prozent der Bausumme) für unvorhergesehene Zwischenfälle eingeplant. „Der Puffer hat nicht gereicht“, erklärte Bender gestern. Städte wie Hamburg kalkulieren mittlerweile mit einer Marge von 30 Prozent.

Das hätte sich in diesem Fall auch für Kiel als realistisch erweisen. Denn zum Einen verteuerten die entdeckten Fundamentreste vor dem Ahlmann-Haus die Tiefbau-Arbeiten. Zum anderen stellte sich heraus, dass zwischen der südlichen Wasserfläche (20 mal 46 Meter) und der schmalen nördlichen Wanne (115 mal neun Meter) schwere Findlinge im Boden liegen. Die Bohrer waren stecken geblieben. Das Baumaterial und die Steinbrocken müssen jetzt von oben geborgen werden, dafür wird die Fußgängerzone Holstenstraße für drei Wochen unterbrochen.

Verteuert haben sich wegen der Konjunktur auf dem Bau auch die robusten Betoninseln, die bepflanzt oder begehbar neben dem Kleinen Kiel-Kanal aufgestellt werden sollen. Bender ist überzeugt: Am 3. Oktober, wenn Kiel die deutschlandweite Einheitsfeier ausrichtet, können die Gäste zumindest um das südliche Wasserbecken herumflanieren. In den Folgewochen wird auch die Wassertechnik installiert, und die nördliche Wanne mit ihren beiden kleinen Brücken soll zum Jahresende fürs Publikum freigegeben werden.

Von ein paar Verschönerungsarbeiten abgesehen (die erst bei wärmender Frühlingssonne möglich sind), ist das Projekt Kleiner Kiel-Kanal damit abgeschlossen. Die Stadt und ihre Kaufmannschaft erhoffen sich eine spürbare Belebung der Innenstadt und eine steigende Aufenthaltsqualität – die begrünte Wasserlandschaft im Zentrum soll für die Landeshauptstadt im Buhlen um die Gunst der Touristen zum wichtigen Alleinstellungsmerkmal erwachsen.

Und auch den gestiegenen Baukosten kann Bender schließlich noch etwas Gutes abgewinnen. Denn das Land als wichtigster Zuschussgeber hat nach Benders Worten bereits zugesagt, auch bei den Mehrkosten den Löwenanteil zu tragen. Das bedeutet: Die Stadt Kiel muss nur ein Drittel der zusätzlichen Millionen schultern.

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