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Investitionen : Die verflixte Badesaison

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Freibad Hammer ist marode, das Hallenbad Schilksee steht vor dem millionenschweren Umbau. Die Stadt muss viel Geld in die Bäder stecken. Das hat auch sein Gutes: Katzheide öffnet in dieser Saison den ganzen Sommer über.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2016 | 18:05 Uhr

Vier alte, mehr oder wenig marode Schwimmbäder, ein hochmodernes Zentralbad im Bau, das 2017 eröffnen soll – zwiespältig präsentiert sich die Badelandschaft der Stadt Kiel außerhalb des Fördestrandes. Das war gewollt. Die veralteten Bäder sollten ohne großen Aufwand auslaufen, das Geld wollte man lieber in das künftige hypermoderne Sport- und Freizeitbad an der Hörn stecken. Für diesen Grundsatzbeschluss wird der Stadt heute die Rechnung präsentiert – in Katzheide, in Hammer und in Schilksee.

Auf erkleckliche 16 bis 17 Millionen Euro hatte man vor Jahren den Sanierungsbedarf der öffentlichen, bereits vor Jahrzehnten erstellten Bäder kalkuliert. Die Sanierung lohne sich einfach nicht, das war der Tenor. Proteste aber gab es bereits bei der Stilllegung der Lessinghalle, auch wenn sich am Ende das städtische Konzept behaupten konnte.

In Gaarden dagegen war die Bewegung „Katzheide: Ja!“ so erfolgreich, dass ein erfolgreicher Bürgerentscheid drohte. Die Ratsversammlung zog die Notbremse und gab für das beliebte Freibad auf dem Ostufer eine Existenzgarantie ab. Katzheide bleibt erhalten, auch wenn das neue Zentralbad im Sommer 2017 seine Pforten öffnet. Das Gaardener Hallenbad dagegen wird schließen, es hat seine besten Jahre längst hinter sich.

Das kleinere Freibad in Hammer bleibt in dieser Saison ebenfalls geschlossen. Stadtrat Gerwin Stöcken sieht angesichts von bröselndem Beton und defekten Badfolien die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Die von vielen Seiten geforderte Reparatur kostet je nach Ausführung 326  000 bis 524  000 Euro (wir berichteten).

Noch einmal anders stellt sich die Lage in Schilksee dar. Das salzige Meereswasser in den Becken hat das Material angefressen, schon allein die künftige Standsicherheit des Gebäudes kostet die Stadt wohl über eine Million Euro. Die eigentliche Sanierung des künftigen Süßwasser-Bades schlägt mit vier Millionen Euro zu Buche. Kiel setzt auf Zuschüsse in Höhe von 3,6 Millionen, es verbleibt aber auch in diesem günstigen Falle ein Eigenanteil von 400  000 Euro.

Stöcken gibt sich in der Bewertung der prekären Lage zurückhaltend: „Ob der alte Grundsatzbeschluss schlecht war, weiß ich nicht. Ich muss heute mit den Realitäten leben.“ Und das heißt: Er muss für Reparaturen Geld locker machen. Die Kosten in Katzheide liegen bei rund 100  000 Euro. Dort wurde im Herbst nach dem Nichtschwimmerbecken auch das Schwimmerbecken instandgesetzt. Damit stehen wieder alle Becken zur Verfügung. Die zweite gute Botschaft: Das Freibad hat die gesamte Saison über geöffnet – im Sommer 2015 lockte es nur in den großen Ferien.

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