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Immobilienpreise : Die Stadt wird zum teuren Pflaster

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit dem Jahr 2010 haben im Kieler Stadtgebiet die Preise für Immobilien kräftig zugelegt. Der sogenannte Gutachterausschuss für Grundstückswerte wertet sämtliche notariell abgewickelten Verkäufe aus und hat errechnet, dass Häuser und Eigentumswohnungen binnen fünf Jahren um 35 Prozent zugelegt haben.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2015 | 14:03 Uhr

Beim Autohandel ist sie unentbehrlich, die vielzitierte Schwacke-Liste mit ihren Preistabellen für gebrauchte Fahrzeuge. Eine ähnliche Tabelle mit Richtwerten existiert in der Immobilienbranche. Der unabhängige Gutachterausschuss gibt Jahr für Jahr seine Marktinformationen und Lagewerte vor. Er greift dabei zurück auf sämtliche notariell abgewickelten Wohnungs-, Haus- und Grundstücksverkäufe. Im aktuellen, gestern im Rathaus vorgestellten Bericht lässt sich ablesen: Die Landeshauptstadt wird allmählich zum teuren Pflaster.

Damit setzt sich eine Tendenz fort, die – nach Jahren stabiler Preise – 2009/2010 begonnen hat. Seitdem zogen die Preise in sämtlichen Segmenten an: für Einzelhäuser ebenso wie für Doppel- und Reihenhäuser oder Eigentumswohnungen. Allein zwischen 2013 und 2014 hat der Gutachterausschuss je nach Lage, Ausstattung, Größe und Alter der Wohnung ein Plus von 5, 7 oder sogar 10 Prozent registriert. Seit 2010 legten die Preise um durchschnittlich 35 Prozent zu.

„Wir zeigen, wie der Markt tickt“, erklärt Wolfgang Plaga, der Vorsitzende im Gutachterausschuss für Grundstückswerte. Jeder potenzielle Käufer könne sich anhand der Tabellen fragen: Bin ich bereit, den verlangten Preis zu bezahlen? (siehe auch den Info-Kasten „Auskunft“)

Aus der Fülle der Daten, die die Notare dem Ausschuss – das ist gesetzlich vorgeschrieben – vorlegen müssen, lassen sich Entwicklungen ablesen. So steigt der Quadratmeterpreis, je größer die Wohnung ist. 100-Quadratmeter-Einheiten werden viel stärker nachgefragt und besser bezahlt werden als Wohnungen mit 70 oder nur 50 Quadratmetern. „Der Wohnflächenbedarf eines jeden Menschen ist kräftig gewachsen“, sagt Frank Schröder, der Statistik-Experte im Gutachterausschuss.

Auch das klare Zurück zum Wohnen in der Innenstadt kann der Bericht belegen. Der Straßenzug Lorentzendamm gehört neben Düsternbrook und dem Ring rund um den Schrevenpark sogar zu den teuersten Quartieren der Stadt. „Stark gehobene Lage“ nennt der Experte diese Wohnbereiche. Am Ende der Tabelle stehen die „einfachen Lagen“ etwa in Elmschenhagen, Ellerbek, Hassee oder Friedrichsort sowie die „sehr einfachen Lagen“ in Gaarden oder Mettenhof. Für Schilksee, bislang eine „mittlere Lage“, erwartet der Ausschuss übrigens aufgrund der Olympia-Bewerbung einen Preisanstieg. Plaga: „Schilksee wird wohl teurer. Wir sind gespannt.“  

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