Orkan über Kiel : Die Stadt kam glimpflich davon

Vom Tropenregen überrascht: Im „See“ in der Unterführung im Verlauf der B 76 blieben mehrere Fahrzeuge stecken – nach anderthalb Stunden ging’s weiter.
Vom Tropenregen überrascht: Im „See“ in der Unterführung im Verlauf der B 76 blieben mehrere Fahrzeuge stecken – nach anderthalb Stunden ging’s weiter.

Umgekippte Bäume, abgedeckte Dächer, Straßen unter Wasser: Die Feuerwehr war vorbereitet auf das schwere Unwetter, das am Sonntagabend über Kiel hinwegzog. Die B 76 wurde in einem Tunnel-Abschnitt für Stunden zu einem nicht passierbaren See.

shz.de von
06. Juli 2015, 11:11 Uhr

Klaus Pelz, Lagedienstleiter bei der Berufsfeuerwehr in Kiel, atmete kräftig durch, als das Schlimmste überstanden war. „Solch eine schnelle Blitzfolge, solch eine schwarze Regenwand haben wir lange nicht gesehen“, erklärte er gestern und zeigte sich froh, dass die Menschen in der Landeshauptstadt die Sturmfront vergleichsweise glimpflich überstanden haben. Verletzte Personen gab es nicht.

Mit Blick auf die düsteren Prognosen der Wetterfrösche hatte die Berufsfeuerwehr ihre Leitstelle vorsorglich personell aufgerüstet und auch die Freiwilligen Feuerwehr im Großraum Kiel alarmiert. Überall stand mindestens ein Fahrzeug vor dem Gerätehaus, um bei Bedarf sofort auszurücken. Das zahlte sich aus. Die Helfer waren zügig vor Ort, um Wasser aus dem Keller zu pumpen oder Dächer zu sichern, bei denen Ziegel durch die Luft flogen.

Nahezu im gesamten Stadtgebiet wurden zur besten Fernsehzeit am Sonntagabend die Straßen vom schweren Tropenregen überflutet. Angesichts schlechter Sicht half den Autofahrern meist nur, am Straßenrand anzuhalten und das Ende des Orkans abzuwarten, der auf dem Weg nach in Richtung Plön auch merklich an Stärke verlor. Auf der B  76 bildete sich ein Stau, weil sich das Wasser in der Unterführung an der Alten Lübecker Chaussee sammelte und Fahrzeuge im kleinen „See“ stecken blieben. Anderthalb Stunden dauerte der Zwangsaufenthalt für die betroffenen Autofahrer, dann war das Wasser abgeflossen.

In Kiel registrierte die Berufsfeuerwehr insgesamt 30 Einsätze. Den größten Schaden gab es in Dietrichsdorf auf dem Ostufer, wo ein Baum auf ein Einfamilienhaus krachte. Kritisch wurde es nach den Worten von Klaus Pelz nur ein einziges Mal – als nämlich im Fahrzeug, das unter einem Baum begraben war, noch eine Person vermutet wurde. Doch diese Annahme erwies sich glücklicherweise als falsch, das Auto war leer.
 

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