Special Olympics : Die Stadt erwartet 4600 Athleten

„Mutig das Beste geben“ wollen (von links) der Fußballer Pierre Petersen von der Stiftung Drachensee, die Läuferin Michaela Harder aus Schleswig und der Basketballer Christoph Bertow aus Flintbek.
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„Mutig das Beste geben“ wollen (von links) der Fußballer Pierre Petersen von der Stiftung Drachensee, die Läuferin Michaela Harder aus Schleswig und der Basketballer Christoph Bertow aus Flintbek.

Mit Elke Büdenbender, der Ehefrau des Bundespräsidenten, wird die First Lady am 14. Mai die „Special Olympics“ eröffnen. Das Event wird mit 4600 Sportlern zur deutschlandweit größten Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung.

shz.de von
13. Februar 2018, 18:46 Uhr

Der Frühsommer wird zum Steinmeier-Monat an der Kieler Förde. Bekanntlich eröffnet der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 16. Juni die Kieler Woche. Seine Ehefrau, die First Lady Elke Büdenbender, ist etwas fixer: Als Schirmherrin gibt sie am Abend des 14. Mai die „Special Olympics“ frei. Mit jetzt schon 4600 angemeldeten Teilnehmern wird es die größte Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung, die Deutschland je erlebt hat.

Das gaben die Organisatoren gestern bekannt. Nach ihren Worten wünscht sich Elke Büdenbender, dass von den Special Olympics in Kiel „starke Impulse für Inklusion ausgehen und wir gemeinsam mit den Athletinnen und Athleten ein großes sportliches Fest voller unvergesslicher Momente feiern“.

Allein 600 Sportler aus Schleswig-Holstein werden dabei sein. Zu ihnen zählt Michaela Harder (34) von den Schleswiger Werkstätten. Die Leichtathletin wird als Läuferin an den Start gehen. Christoph Bertow (29) arbeitet tagsüber im Gartenbereich des Eiderheims in Flintbek. Er ist leidenschaftlicher Basketballspieler und will für seine Mannschaft so viele Punkte wie möglich mit präzisen Würfen hereinholen.

Pierre Petersen (28) von der Stiftung Drachensee wiederum ist geborener Kicker. Er war schon an den Spielen in Karlsruhe (2008), Bremen (2010) und München (2012) dabei und will auch jetzt wieder auf Torejagd gehen. Gemeinsam mit den Profi-Handballern Rune Dahmke und Steffen Weinhold vom THW Kiel bildet das Trio die „Gesichter der Spiele“.

Die „Special Olympics“ in Kiel mit ihren 4600 gehandicapten Sportlern liefern zugleich die Kulisse für das umfangreiche Gesundheitsprogramm „Healthy Athletes“. Gerade unter den Athleten mit Behinderung ist die Prophylaxe nicht sehr ausgeprägt. Viele sind übergewichtig, jeder dritte hat Probleme mit dem Hören und Sehen, jeder zweite muss dringend zum Zahnarzt. Darauf wiesen gestern Michael Brandt und Franz Joseph Bartmann hin, die Präsidenten der Zahnärztekammer und der Ärztekammer. Weshalb die Großveranstaltung – etwa mit einem speziellen Kariestunnel – dazu beitragen will, dass die Betroffenen sich ein gutes Stück selbst um ihre Gesundheit kümmern können. „Stark machen“ heißt das Schlagwort.

Stadtrat Gerwin Stöcken wünschte sich gestern, dass die 4600 Sportler, ebenso ihre Verwandten, Trainer und Betreuer, an der Förde mächtigen Spaß haben werden. Eine Großveranstaltung wie die „Special Olympics“ zeigt laut Stöcken auch: „Die Menschen mit Behinderung sind mitten in der Gesellschaft angekommen – und wir alle müssen uns vielleicht ein wenig mehr Zeit für sie nehmen.“

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