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MFG-5-Gelände : Die Stadt drängt zur Eile

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kiel setzt für das Projekt „Zukunft am Wasser“ auf dem früheren MFG-5-Gelände auf Landesgelder in Millionenhöhe. Die allerdings geraten in Gefahr, wenn sich die Ratsversammlung nicht schleunigst hinter das Projekt stellt.

shz.de von
erstellt am 08.Mär.2016 | 18:47 Uhr

Fördeblick und Hafenmole, Gleisanschluss und schnelle Autobahnanbindung, der Flughafen auch nur einen Steinwurf entfernt: Das ehemalige MFG-5-Gelände nördlich des Nord-Ostsee-Kanals gilt als lukrativstes Investitionsfeld der Landeshauptstadt. Allerdings ist auf dem Areal zwischen Holtenau und Friedrichsort – das auch als Standort der künftigen Landesgartenschau vorgesehen ist – bautechnisch noch nicht viel passiert. Jetzt drückt die Stadt aufs Tempo. Bereits im April soll die Ratsversammlung über das ehrgeizige Städtebauvorhaben abstimmen – andernfalls droht Kiel der Verlust einer millionenschweren Förderung durch das Land.

Darauf weist Bau-Dezernent Peter Todeskino in seiner Vorlage hin. Denn das Land erwartet entsprechende Anträge für das laufende Städtebauförderungsprogramm spätestens im Frühjahr. Laut Todeskino hat das Land Schleswig-Holstein der Stadt für den Zeitraum bis zum Jahr 2019 rund 14 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Sollte der Antrag verspätet eingehen, wäre diese Summe in Gefahr – und die Landeshauptstadt müsste sich bei den künftigen Förderprogrammen außerdem der Konkurrenz anderer Städte erwehren.

Unter dem vielversprechenden Titel „Die Zukunft am Wasser“ hat die Stadt bereits ein umfangreiches Dossier über „Vorbereitende Untersuchungen“ erstellen lassen. Von einem Wohnquartier im Süden nach Holtenau hin ist die Rede und von der Ausweisung von Gewerbeflächen im Norden vor Friedrichsort. Verbunden wären diese beiden Zonen durch ein Mischgebiet. Wichtige Voraussetzung überhaupt ist allerdings der Umzug des jetzigen Tonnenhofes – das Areal des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck steht der modernen Nutzung im Wege. Bis zum Ende des Jahres soll das Konzept für die Verlagerung stehen.

Das städtische Gutachten liefert mit 87,5 Millionen Euro auch eine erste grobe Kostenschätzung. An Einnahmen etwa über Grundstückverkäufe werden gut 44 Millionen Euro erwartet. Angesichts eines städtischen Anteils von 16 Millionen Euro verbleibt eine Finanzierungslücke von knapp 27,5 Millionen Euro, die über Fördermittel von Land, Bund und Europäischer Union gefüllt werden soll.

Doch es bleiben auch noch Fragezeichen. Völlig ungeklärt ist zum jetzigen Zeitpunkt, wie stark Bodensanierung und Munitionsbeseitigung zu Buche schlagen. Das Gelände wurde seit nahezu 100 Jahren vom Marine-Flieger-Geschwader und seinen Vorgängern militärisch genutzt. Die Erfahrung mit vergleichbaren Konversionsflächen in anderen Städten zeigt: Im Erdreich kann sich eine Menge gefährlicher Stoffe angesammelt haben.  

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