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Reparatur zu teuer : Die Saison im Freibad fällt aus

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wegen gravierender technischer Mängel muss das Freibad Katzheide den Betrieb einstellen. Mindestens 700 000 Euro würde die Reparatur kosten, das ist der Ratsversammlung zu teuer. Das neue Freizeitbad an der Hörn wird aber erst 2017 fertig. Die Kieler müssen somit in den nächsten beiden Jahren auf den Wasserspaß und die grüne Wiese verzichten.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2014 | 21:39 Uhr

Diese Kalkulation fällt ins Wasser: Die Stadt wollte das beliebte Freibad Katzheide auf dem Ostufer weiterbetreiben bis 2017. Dann soll das neue Sportbad am Ende der Hörn fertig sein. Doch gravierende technische Mängel in Katzheide bedeuten das vorzeitige Aus. Das bedeutet: In den nächsten beiden Jahren müssen die Kieler ohne ein Freibad auskommen – sieht man einmal vom kleinen Eiderbad in Hammer ab.

Nach erster Schätzung müsste man mindestens 700 000 Euro nach Katzheide pumpen, um es für die nächsten Jahre herzurichten. Das ist der Ratsversammlung zu viel, zumal der jährliche Zuschuss für den Badebetrieb noch einmal bei 300 000 Euro liegt. Kaputte Beckenfolien, Probleme mit dem Saugroboter, vor allem aber Störungen in der Chlorgasanlage und stetiger Algenbewuchs wurden diagnostiziert. Die Linken versuchten gestern vergeblich, das Aus zu verhindern. Ihre eigene Berechnung, wonach man Katzheide für ein Drittel der genannten Summe reparieren könnte, wurde von allen anderen Fraktionen verworfen.

„Es macht keinen Spaß, Katzheide dicht zu machen“, erklärte Sozialdezernent Gerwin Stöcken. Doch es bleibe keine Alternative, niemand könne unter den jetzigen Bedingungen die Verantwortung für die Gesundheit der Freibadbesucher übernehmen. SPD-Ratsherr Torsten Stagars verwies darauf, dass ja noch die Gaardener Schwimmhalle zur Verfügung steht. Und nach seinen Worten wird außerdem geprüft, ob man ein „Badeschwimmschiff“ auf der Hörn einsetzen könne.

Erneut hat zudem das Thema Stadtwerke-Rückkauf die Gemüter bewegt. Wie berichtet, soll auf dem Kieler Ostufer ein modernes Gasheizkraftwerk gebaut werden, um das alte Kohlekraftwerk zu ersetzen und die Kieler langfristig mit Fernwärme zu versorgen. Doch im Mai hatte der Mehrheitsanteilseigner der Stadtwerke, die Mannheimer MVV Energie AG, angekündigt, seine Anteile loswerden zu wollen. Auch aus dem Kraftwerk-Projekt will MVV sich zurückziehen: zu teuer. Die Stadt Kiel hat aber die finanziellen Ressourcen nicht, um 51 Prozent der Anteile zurückzukaufen. Debattiert werden Alternativen, etwa die Suche nach einem finanzstarken Partner. Einen Antrag der Linken-Fraktion mit der Forderung an die Stadtverwaltung, Finanzierungs-Modelle zu erläutern, wischte CDU-Fraktionschef Stefan Kruber als taktisch unklug vom Tisch: „Ganz falsches Signal.“ Es solle nicht der Eindruck entstehen, man denke ernsthaft über einen Rückkauf nach.

Aus Sicht der Grünen war der Teilverkauf der Stadtwerke vor Jahren „ein politischer Fehler“. Die Stadt müsse mindestens 51 Prozent der Anteile halten, auch wenn ein kompletter Rückkauf nicht drin sei.

Im Raum steht ein dreistelliger Millionenbetrag. OB Ulf Kämpfer selbst sagte: „Am Ende geht es um die Finanzierungsfrage.“ Der Bau eines innovativen Kraftwerks sei deutlich sicherer mit einem seriösen Partner. Auch über die Ausgabe von kommunalen Anleihen oder über Genossenschaftsmodelle sei er im Gespräch mit Banken und Investoren.

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