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Sommertheater 2016 : „Die Räuber“ in Kiel: Eines der größten Theater-Ereignisse der Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schillers Erstlingswerk feiert am Freitag eine besondere Uraufführung in Kiel. Wer keine Karten hat, kann trotzdem dabei sein.

Kiel | So viel Vertrauen in die Künste der National-Elf muss einfach sein – aber das kann man bei diesem Nachnamen auch erwarten: Bei der Vorbereitung der Sommeroper „Die Räuber“ ging Jörn Sturm, der Kaufmännische Direktor am Kieler Theater, davon aus, dass die Deutschen mit Sicherheit am Sonnabend kicken. Nur wenn sie in der Vorrunde Dritter geworden wären, hätten die Löw-Männer am Freitag gespielt. Längst aber ist klar: Die Premiere der Sommer-Inszenierung am 1. Juli muss keine fußballerische Konkurrenz fürchten.

In drei Stadtteile wird die Aufführung der Rock-Oper „Die Räuber“ – frei nach Schillers Klassiker – übertragen. Wie schon in den Vorjahren können sich die Theaterfreunde an weiß gedeckten Tischen in Gaarden, Mettenhof oder auf dem Rathausplatz (Ersatz-Ort für den Bootshafen) niederlassen und ab 20.30 Uhr zum Nulltarif auf der großen Leinwand die Inszenierung vom Seefischmarkt verfolgen. Der Blücherplatz fällt diesmal als Freilufttheater aus – für die ehrenamtlichen Helfer ist der Aufwand an einem normalen Werktag nicht zu stemmen.

Dennoch rechnen der städtische Kulturreferent Boris Pasternak und Johannes Hesse von Kiel-Marketing mit Besucherzahlen wie im Vorjahr, als schätzungsweise 12.000 Zuschauer in friedlicher abendlicher Picknick–Atmosphäre das „Nabucco“-Spektakel erlebten. Mit dieser Statistik spielt die Fördestadt Kiel übrigens weltweit ganz oben mit, wie Pasternak stolz verkündete. Der Deutsche Bühnenverein konnte ihm nur die Bregenzer Festspiele und die Metro-Übertragung in den New Yorker Central Park als Theater-Ereignisse nennen, die noch mehr Zuschauer haben.

Das sind Bilder aus dem Vorjahr:

 

Bekanntlich haben die beiden Kettcar-Musiker Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff die Songs für die „Räuber“-Rockoper geschrieben. Man kann vor der Premiere ein wenig hineinhören: Denn eines ihrer Lieder mit dem selbstbewussten Titel „Tod oder Freiheit“ ist schon auf dem Video-Kanal bei Youtube zu hören.

Überhaupt ist der Erfolg der Sommer-Oper, die ins fünfte Jahr geht, beachtlich. Nicht allein wegen tausender begeisterter Zuschauer am Premieren-Abend in den Stadtteilen. Am Seefischmarkt gehen bis zum 17. Juli insgesamt 15 Vorstellungen über die Bühne – 97 Prozent des Kartenkontingents sind zur Freude von Sturm bereits verkauft. Und das gilt selbst für Tage, an denen die deutschen Fußballer vielleicht noch auflaufen werden.

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erstellt am 30.Jun.2016 | 11:14 Uhr

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