Die Nikolaikirche als Laufsteg für faire Mode

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Show mit Botschaft: Models zeigten trendige Alternativen / Diskussion um Kleiderkonsum

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21. März 2013, 03:59 Uhr

Kiel | Tack, tack, tack, tack. Im flotten Beat der Musik stolzieren sie in Richtung Altar. Treppe rauf, schnelle Pose unterm Kreuz, Pirouette, ein kecker Blick, und ab durch den Gang zwischen den Kirchenbänken. Sie sehen nicht nur hübsch angezogen aus, die elf ehrenamtlichen Models in der Nikolaikirche an diesem Abend. Es ist eine außergewöhnliche Modenschau, auch wegen der Location.

Doch dahinter steckt noch mehr. Die Kleidung hat eine Botschaft. Sie ist ökologisch und unter fairen Bedingungen produziert worden. Die Models tragen sportlich-lässige Kapuzenpullis, modisch bedruckte Tops in Knall-Farben zu Leggings oder auch ein tief ausgeschnittenes kleines Schwarzes. Keines ein Produkt von Kinderhänden aus Bangladesch. Keines hat Tausende von Kilometern Transport hinter sich. Alles höchst korrekt.

Das entspricht einem Trend, der in deutschen Großstädten längst angekommen ist. Jetzt findet sich auch in Kiel ein Publikum dafür. Die Bänke in der Kirche am Alten Markt sind gut besetzt, trotz verschneiter Innenstadt: Paare mittleren Alters, aber auch Studentinnen und Studenten sind gekommen. Viele werden sich später an einer Diskussion beteiligen. Tenor: Das Bewusstsein für "grüne" Mode muss schon in der Schule vermittelt werden. Und: Prominente sollten es vorleben.

Die Modenschau ist Teil der Klimaausstellung "Der 8. Tag", die bis gestern in der Kirche zu sehen war und vom Kirchenkreis Altholstein organisiert wurde. Die Kieler Aktivgruppe "Clean Clothes Campaign" (CCC), zu deutsch: Kampagne für saubere Kleidung, hatte die Idee zu dem Fashion-Event. Thorge Ott von CCC erklärt:"Wir wollen auf Missstände in der Kleidungsindustrie aufmerksam machen. Und: Jeder kann was machen - deshalb zeigen wir hier die alternative Mode kleiner Labels."

Zuvor hatten Judith Bauer von CCC in Kiel sowie Waltraud Waidelich vom Frauenwerk der Nordkirche über ihr Engagement für faire Bedingungen für Arbeiterinnen in asiatischen Nähfabriken sowie die schlechte CO2-Bilanz von Jeans und T-Shirts referiert.

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