hein Schönberg : Die neue Brücke rollt an

Aufwendiger Transport: Ein Bahnkran trägt das Mittelstück der neuen Brücke von „Hein Schönberg“ zur Schwentine.  Fotos: Carstens
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Aufwendiger Transport: Ein Bahnkran trägt das Mittelstück der neuen Brücke von „Hein Schönberg“ zur Schwentine. Fotos: Carstens

Die AKN Eisenbahn erneuert für zwei Millionen Euro die Schwentinequerung. Am 31. Oktober soll „Hein Schönberg“ dann wieder Pendler von Oppendorf nach Kiel bringen – und auch der Ostuferhafen ist dann wieder per Gleis erreichbar.

shz.de von
17. Oktober 2018, 18:33 Uhr



Eine LSF ist den Eisenbahnern ein Gräuel. Denn die „Langsam-Fahrstrecke“ zwingt zum Abbremsen und zur erhöhter Aufmerksamkeit, und natürlich kostet sie Zeit. Eine dieser LSFs im Kieler Raum aber wird jetzt entschärft. Im Zuge der Instandsetzung der Trasse von „Hein Schönberg“, der Bahnlinie auf dem Ostufer der Kieler Förde, wird die Brücke über die Schwentine erneuert. Ab 31. Oktober, 5 Uhr morgens, geht’s dann mit 70 Sachen über den Fluss – bisher war nur Tempo 30 erlaubt.

Die 72 Meter lange Stahlkonstruktion stammte noch aus dem Jahre 1896 und zeigte nach 120 Jahren erste Anzeichen von Materialermüdung. Der Neubau, aufgefächert in drei, jeweils 57 Tonnen schwere Abschnitte, kostet rund zwei Millionen Euro. Das gab Wolfgang Seyb bekannt, der Geschäftsführer der AKN Eisenbahn, die die reaktivierte Trasse von Hein Schönberg seit 2017 betreibt. Diese Strecke ist im Übrigen die einzige Gleisverbindung zum Kieler Ostuferhafen und auch zum Kohlekraftwerk der Kieler Stadtwerke.

Für insgesamt vier Wochen allerdings ist kein Zugverkehr möglich, wie AKN-Projektleiter Udo Grebe erklärt. Bis zum Ende dieser Woche sollen alle drei Brückensegmente montiert sein. Viele Zaungäste verfolgen die Arbeiten in luftiger Höhe über der Schwentine. Auch die Widerlager auf beiden Flussufern werden erneuert, die Strompfeiler dagegen werden weiterhin genutzt. „Die halten noch ein paar Jahrzehnte“, ist Grebe überzeugt.

Anschlussarbeiten wie die Verlegung der gekappten Signalkabel werden in den kommenden Oktobertagen folgen. Läuft weiterhin alles Plan, wird am Mittwoch, 31. Oktober, der erste Pendlerzug morgens um 5 Uhr die neue Brücke passieren. Und die Langsam-Fahrstrecke über die Schwentine ist dann endgültig Vergangenheit. Das erklärten Seyb und Grebe auch den angehenden Bau-Ingenieuren, die an der benachbarten Fachhochschule in Kiel-Dietrichsdorf im September ihr Studium aufgenommen haben. Seyb setzt auf ein „grundsätzliches Interesse für die Eisenbahn – auch wir haben ein großes Interesse an gut ausgebildetem Nachwuchs“.

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