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Campus Kiel : Die neue Anatomie der Uniklinik

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das millionenschwere Projekt zur Umstrukturierung und Teilerneuerung am UKSH nimmt Form an. Die Bauarbeiten sollen im Sommer beginnen. Wir zeigen, was wo entstehen soll.

Seit 11 Jahren werden Gutachten bestellt, Baupläne gezeichnet und Finanzierungsmodelle diskutiert: Nun scheint es endlich mit der grundlegenden Umstrukturierung und Teilerneuerung des Uniklinikums in Kiel loszugehen. Die Bauanträge für die Klinikstandorte Kiel und Lübeck sind vom UKSH und dem Bieterkonsortium Bam/Vamed bereits unterzeichnet und liegen zur Genehmigung in den Rathäusern. Der Bau soll an beiden Standorten im Sommer beginnen und voraussichtlich 2021 abgeschlossen werden.

Wo das neue, zentrale Bettenhaus demnächst entstehen soll, kann man auf dem Kieler Klinikgelände (siehe Grafik) schon jetzt gut erkennen. Nach dem Abriss der Strahlenklinik (sie zog in das stillgelegte Protonenzentrum an der Feldstraße um) ist ein riesiges Baufeld entstanden. Auch ein Flügel der Frauenklinik wurde abgerissen. Das Haupthaus selbst steht unter Denkmalschutz und bleibt erhalten. Die 1976 am Schwanenweg errichte Kinderklinik sowie die denkmalgeschützte Augenklinik werden künftig nicht mehr vom UKSH genutzt werden.

„Die bauliche Erneuerung ist ein starkes Signal für den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein“, erklärt Wissenschafts- und Gesundheitsministerin Kristin Alheit. Rund ein Viertel aller stationären Leistungen in Schleswig-Holstein werden von den UKSH-Kliniken in Kiel und Lübeck erbracht. Auch UKSH-Chef Scholz ist zuversichtlich: „Wir freuen uns, dass es jetzt mit großen Schritten vorangeht und die Universitätsmedizin der Zukunft Formen annimmt.“

Der Umbau wird von einem privaten Konsortium als Projekt in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) mit dem UKSH realisiert. Die Bam Deutschland GmbH ist eines der führenden deutschen Bauunternehmen und Tochter der niederländischen Royal Bam Group. Die Vamed-Gruppe hat sich auf die Errichtung, Erneuerung und Betrieb der Infrastruktur von Krankenhäusern spezialisiert. „Durch die Zusammenarbeit mit privaten Partnern ist es uns möglich, trotz der finanziell engen Rahmenbedingungen des Landes das UKSH umfangreich zu sanieren“ so Thomas Losse-Müller, Chef der Staatskanzlei. Dem privaten Partner werden Planung, Bau und der 30-jährige Betrieb der Immobilie übertragen, Eigentümer bleibt das Land Schleswig-Holstein. Vorteil ist, dass es einen zentralen und verantwortlichen Partner für Planung und sämtliche Bauten gibt.

Finanziert wird das Projekt, das für Kiel und Lübeck zusammen mehr als eine halbe Milliarde Euro kostet, zu 75 Prozent vom UKSH, der private Anteil des Bieters liegt bei 25 Prozent. Das Land ist nicht direkt, sondern nur mittelbar – über eine so genannte Gewährträgerhaftung – von der Finanzierung betroffen. Das Objekt soll sich sich durch optimierte Betriebsabläufe auf modernen Stationen selbst tragen. Derzeit leidet die Wirtschaftlichkeit des UKSH nämlich an der alten, teils maroden Bausubstanz. In Kiel befindet sich zum Beispiel die Innere Medizin in einem Marinelazarett, das vor dem Zweiten Weltkrieg erbaut wurde. Ein Großteil der Gebäude eignet sich nicht unter klinischen Aspekten, zudem sind umfangreiche bauliche Sanierungen notwendig. Neu- und umgebaut sowie renoviert werden in Kiel und Lübeck insgesamt 255  300 Quadratmeter Nutzfläche.

Das ÖPP-Projekt bezieht sich nur auf das Zentralklinikum, also auf die Krankenversorgung. Die neu zu bauenden Forschungseinrichtungen an der Feldstraße bleiben Sache der Universität und müssen aus dem Landesetat finanziert werden. Ursprünglich verfolgte Pläne, das gesamte Klinikum inklusive der Einrichtungen für Forschung und Lehre nach dem Marburger Vorbild komplett zu privatisieren wurden bereits vor vier Jahren beerdigt.

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erstellt am 21.Apr.2015 | 20:49 Uhr

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