Kiel gegen Flensburg : Die Mutter aller Handballschlachten

Auch im Nordderby am Dienstag wird es zwischen Kiel und der SG zur Sache gehen.
Auch im Nordderby am Dienstag wird es zwischen Kiel und der SG zur Sache gehen.

Der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt treffen heute im Nordderby der Handball-Bundesliga aufeinander. Wir haben jeweils fünf Gründe gefunden, die für einen Sieg der beiden Teams sprechen.

shz.de von
24. November 2013, 09:00 Uhr

Kiel/Flensburg | Fünf Gründe, warum der THW gewinnt:

1) Weil der THW befreiter aufspielen kann. Spiel in eigener Halle, drei Minuspunkte mehr auf dem Konto – der größere Druck liegt bei Flensburg. Eine Niederlage würde  die Meisterträume der SG wohl jäh platzen lassen.

2) Weil der THW die besseren Individualisten hat, die ein Spiel entscheiden können. Spiele werden oft im Rückraum entschieden, da hat Kiel mit Filip Jicha, Aron Palmarsson und Marko Vujin bezüglich der Durchschlagskraft und der Möglichkeit, „einfache Tore“ zu erzielen, Vorteile.

3) Weil Geld eben doch (häufig) Tore wirft. Der THW als Liga-Krösus ist mit einem Etat von 9,0 Millionen Euro  und – trotz des Verlustes von vier Weltklassespielern vor dem Saisonstart – mit dem namhafteren Kader ausgestattet. Die SG verfügt „nur“ über 6,0 Millionen.

4) Weil der THW ausgeruhter ist. Die Gislason-Truppe musste am Mittwoch in der Champions League „nur“ die Pflichtaufgabe gegen den Gruppenletzten aus Dünkirchen erledigen, während die SG am Donnerstag gegen den HSV Hamburg wesentlich mehr Körner einbüßte.

5) Weil der THW eben der THW ist. Kein Verein in der Handball-Bundesliga kennt sich so gut mit dem Gewinnen aus: acht Meisterschaften in den vergangenen  neun Jahren und weitere unzählige Titel – die Kieler sind ein Muster an Konstanz auf sehr hohem sportlichen Niveau. Ihnen wird nachgesagt, das Siegergen in sich zu haben.

Fünf Gründe, warum die SG gewinnt:

1) Weil sie Heimvorteil besitzt und äußerst heimstark ist. „Sonntag ist die Hölle los. Wir bauen mit unseren Fans eine Burg“, verspricht SG-Linksaußen Anders Eggert. Die Flens-Arena zählt zwar hinsichtlich der Zuschauerkapazität nicht zu den Top 3 der Bundesliga, in Sachen Lautstärke mischt sie jedoch ganz oben mit. Die besonders bei Topspielen außergewöhnliche Atmosphäre beeindruckt die Gästespieler – und oft auch die Schiedsrichter.

2) Weil der Glaube, den THW schlagen zu können, zurück ist. Nach vielen Jahren, in denen die SG in Derbys chancenlos war, fühlt sie sich nicht zuletzt durch den 35:29-Heimsieg in der Vorsaison und den Triumph im Supercup (29:26) sportlich wieder auf Augenhöhe mit dem THW.

3) Weil die SG die bessere Defensive  besitzt. Im Zusammenspiel mit der starken 6:0-Deckung kann SG-Schlussmann Mattias Andersson an einem guten Tag ein Spiel alleine entscheiden – und Torhüter sind bekanntlich im Handball die halbe Miete.

4) Weil die SG als Mannschaft besser funktioniert und eingespielter ist. Die Verantwortung lastet bei ihr auf zahlreichen Schultern. Beim THW hängt nach dem Umbruch viel von der Tagesform des Schlüsselspielers Filip Jicha ab.

5) Weil die Motivation gegen den THW immer riesig ist und weil Kiels Patrick Wiencek noch zusätzliches Öl ins Feuer goss: „Wir hauen die SG weg.“ Antwort von Trainer Ljubomir Vranjes: „Willkommen in Flensburg!“

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