Brand im Wohnhaus : Die Mieter stehen vor dem Nichts

Vom Dönerladen im Erdgeschoss fraß sich das Feuer bis ins Dach hinauf.
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Vom Dönerladen im Erdgeschoss fraß sich das Feuer bis ins Dach hinauf.

Dramatische Szenen spielten sich ab bei der nächtlichen Evakuierung eines brennenden Hauses. Im Dönerladen im Erdgeschoss hatte es eine schwere Explosion gegeben. Das Haus ist jetzt einsturzgefährdet. Er ist fraglich, ob die 30 geretteten Menschen je wieder ihre alten Wohnungen betreten dürfen.

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29. Juni 2015, 14:54 Uhr

Fassungslos standen gestern Morgen viele Nachbarn vor der Ruine des Hauses Feldstraße 85. Mitten in der Nacht zu Montag hatte eine schwere Explosion das Viertel im Stadtteil Blücherplatz aufgeschreckt. Ein Döner-Laden im Erdgeschoss stand in Flammen. Das Feuer fraß sich durch das hölzerne Treppenhaus schnell bis in den Dachstuhl hoch. Die Feuerwehr konnte alle 30 Bewohner über Notleitern retten, eine Frau kam mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Über die Ursache des Brandes machten Polizei und Feuerwehr noch keine Angaben. Ermittelt wird in alle Richtungen.

Ein technischer Defekt mit einer verheerenden Fettexplosion ist demnach genauso vorstellbar wie ein Brandanschlag. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Tatsache ist: Die Experten haben das Haus gestern nicht nur für unbewohnbar, sondern auch für unbetretbar erklärt. Es besteht akute Einsturzgefahr.

Einige Bewohner kamen vorerst bei Verwandten oder Freunden unter, andere fanden Notquartier in einem Kieler Obdachlosenheim. Sie mussten sämtliche Privatgegenstände zurücklassen und besitzen zurzeit nur die Kleider, die    sie am Leibe trugen. Ob sie überhaupt je wieder ihre Wertsachen aus ihren zerstörten Wohnungen holen dürfen, ist noch völlig ungeklärt. Für Polizeisprecher Oliver Pohl ist das eine harte, aus Sicherheitsgründen aber unvermeidbare Entscheidung.

Die Rettungsaktion gegen 3 Uhr in der Nacht verlief dramatisch. Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, brannte das Dachgeschoss bereits lichterloh. Viele Bewohner hatten sich, weil der Weg durch das verqualmte Treppenhaus versperrt war, auf die Balkone im Innenhof des Hauses geflüchtet. Sie wurden über tragbare Leitern gerettet. Auf der Straßenseite konnte die Feuerwehr ihre Drehleitern einsetzen, sie brachten neben den Bewohnern des Hauses auch zwei Hunde und zwei Meerschweinchen in Sicherheit. In einem großen Gelenkbus der Verkehrsbetriebe wurden sämtliche Mieter betreut, der Notarzt untersuchte 20 Personen. Eine 42-jährige Frau mit Rauchgasvergiftungen kam mit dem Rettungswagen in die Klinik.

Vorsichtshalber wurden in der Nacht auch sämtliche Wohnungen der beiden Nachbareingänge evakuiert. Diese Mieter konnten aber gestern Abend wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Neben der Kieler Berufsfeuerwehr waren auch Trupps der Freiwilligen Feuerwehren Russee, Suchsdorf und Schönkirchen im Einsatz. Herabfliegende Trümmerteile beschädigten insgesamt acht parkende Autos an der Feldstraße. Die Schadenshöhe steht noch nicht fest. Die Feldstraße blieb gestern während der Abbrucharbeiten am Dachgiebel voll gesperrt.  

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